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Fair spielt! – für faire Regeln in der Spielzeugproduktion

Aktionen beim Nürnberger Christkindlesmarkt (2002) und zur Spielwarenmesse (2003) des „Nürnberger Bündnis Fair Toys“


Idee

Logo der "Fair spielt" KampagnePuzzleDie Kampagne "fair spielt" setzt sich für die Beachtung von grundlegenden Menschenrechten und Arbeitsvorschriften in der Spielzeugindustrie ein. Mehr als 40% des in Deutschland verkauften Spielzeugs wird in China gefertigt. In den dortigen Fabriken arbeiten vor allem Mädchen und junge Frauen zwischen 16-30 Jahren unter menschenverachtenden Bedingungen. Sie erhalten, trotz der auch in China vorgeschriebenen Mindestlöhne, bei Arbeitszeiten von 16 h täglich und mehr in der Hochsaison (in der Niedrigsaison zwischen Dezember und Juli werden sie oft ausgestellt) nur einen Hungerlohn. Soziale Absicherung, Kündigungs- und Mutterschutz gibt es nicht. Durch Maschinen ohne Sicherheitsvorkehrungen, giftige Dämpfe und erschöpfungsbedingte Unfälle sind Frauen oft gesundheitlich gar nicht in der Lage bei dieser Arbeit "alt" zu werden.
Die Kampagne sucht den Dialog mit Spielzeugherstellern und Handel in Deutschland, um zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen ihrer chinesischen Lieferanten beizutragen und die katastrophalen Verhältnisse auch den Käuferinnen und Käufern von Spielwaren bewusst zu machen.
Nürnberg ist als "Spielzeugstadt" mit mehreren Unternehmen in diesem Bereich bekannt. Alljährlich findet hier auch die Spielwarenmesse mit einem internationalen Publikum statt- ein guter Anknüpfungspunkt und kein Zufall für die Gründung des Nürnberger Bündnisses von "Fair Toys". Getragen wird die Aktion bundesweit vor allem von katholischen Organisationen, in Nürnberg auch ökumenisch.


Durchführung

Puzzle1. Aktionen zum Christkindlesmarkt 2002:
Auf dem so genannten „Kinder-Christkindlesmarkt“ werden an zwei Nachmittagen ca 3000 „Arbeits-Lose“ an junge Väter, Mütter und Kinder verteilt. Das Besondere an diesen Losen ist, dass mit ihnen zwar nichts zu gewinnen ist, man jedoch Einblick erhält in das „Los“ einer Arbeiterin in einer Spielwarenfabrik.
Im Zusammenhang mit der Los-Aktion wurden Unterschriften für die Umsetzung des Verhaltenskodexes des Weltverbandes der Spielwarenindustrie gesammelt.
Die Unterschriften wurden weiter gereicht an die Spielzeugfirmen im Raum Nürnberg. Die Listen sollen den Förderungen des Bündnisses bei den Verhandlungen Nachdruck verleihen. Besonders öffentlichkeitswirksam war der Auftritt des Nürnberger Christkindls am Info-Stand, das einen Wunschzettel des Bündnisses mit Wünschen an die Spielzeugindustrie laut vortrug.

2. Aktionen zur Spielwarenmesse 2003
Hier organisierte das Bündnis die Demonstration: "Kunde ist König" auf dem Vorplatz des Haupteinganges zur Messe. 3500 Flugblätter (deutsch/englisch) wurden von ca fünfzehn Mitgliedern von "Fair toys" verteilt. "König Kunde" wurde mit Krone und Samtumhang auf einer Sänfte getragen und von einem "Herold" begleitet, der, angekündigt von Fanfarenklängen, die Forderungen, dass der Kunde König sei und faire Bedingungen bei der Herstellung forderte, lautstark und in verschiedenen Sprachen verkündete.
Im Anschluss an die Demonstration fand in den Räumen des Messegeländes eine Pressekonferenz statt, mit Dr.Jürgen Bergmann von KED (Kirchlicher Entwicklungsdienst), Klaus Piepel von Misereor, Dr. Hesselmann, Leiter des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg und Heinz Dieter Köppe, Einkaufsleiter bei Karstadt/ Quelle. Die Konferenz wurde in Beiträgen des Regionalfernsehen und Rundfunks aufgenommen.


Erfahrungen

PuzzleDie Aktionen waren vielfältig und erfolgreich. Wie geplant konnten beide wichtigen Zielgruppen, Konsument/-innen und Unternehmen angesprochen werden. Das Bewusstsein bei Kundinnen und Kunden ist bereits relativ ausgeprägt. Auch bei den Gesprächen, z.B. am ‚Runden Tisch’ mit den Unternehmern zeigt sich, dass hier langsam ein Umdenken stattfindet und klar wird, dass die Arbeitsbedingungen mit teilweise einkalkuliertem „Übermüdungstod“ der Arbeiterinnen nicht akzeptabel sind.
Die öffentliche Resonanz in der Presse war sehr gut. Es werden nun Ideen für weitere Aktionen im Großraum Nürnberg gesammelt.


Kontakt

PuzzleInge Rehm, Katholische Arbeitnehmer-Bewegung
Vordere Sterngasse 1 90402 Nürnberg

Kirchlicher Entwicklungsdienst in Bayern
eine E-Mail schreiben
http://www.ked-bayern.de/ - hier auch weitere Hintergrundinformationen zu der Aktion, zu "fair toys" und weiteren Initiativen aus dem Bereich: "Konziliarer Prozess, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung"

Lassen Sie andere von Ihren Ideen profitieren und profitieren Sie von deren Projekten und Erfahrungen!
Über Anregungen, wie ökumenisch vor Ort gelebt wird, was gut läuft und zur Nachahmung empfohlen werden kann, freuen wir uns sehr.
Bitte schreiben Sie an  E-Mail Stichwort: Gelungene Beispiele Vielen Dank!