Die bayerische Stelle in Coventry
Heute wird Coventry als Ort gesehen, von dem Versöhnung ausging und -geht
Coventry, industrielles Herz (hauptsachlich Autos) der West Midlands mit ca 300.000 Einwohnern, wurde im 2. Weltkrieg von der deutschen Luftwaffe so angegriffen, dass die Nazis ein deutsches Verb daraus machten: "eine Stadt coventrieren". Teil des Coventrierens war die St. Michael's Church aus dem 14. Jh, die dabei völlig ausbrannte.
Heute wird Coventry als Ort gesehen, von dem Versöhnung ausging und -geht.
Das Nagelkreuz von Coventry
Das Zeichen der Versöhnung ist das Kreuz. In Coventry formte man es neu aus dem, was die Luftwaffe von der prächtigen Kathedrale übrigliess: den Nägeln, die die Dachbalken zusammenhielten. Wofür es stehen sollte, brachte der Domprobst Howard in seiner viel beachteten Weihnachtsansprache 1940 auf drei Begriffe:: "to build a kinder, more just, more Christ-like world" - eine "freundlichere, gerechtere, christusgemäßere" Welt. Eine Leitlinie für das Leben nach dem Krieg
Nagelkreuzgemeinschaft:
Das Symbol des Nagelkreuzes aus Coventry steht mittlerweile an circa 230 Orten in 60 Ländern:
nagelkreuzgemeinschaft.de
Versöhnung ist eine mühsame Aufgabe: man muss sich mit Leuten zusammenzuraufen, die sich nicht sowieso schon verstehen. Frieden macht man mit Feinden im weitesten Sinne. Deshalb gehören zur Nagelkreuzgemeinschaft ganz verschiedene Menschen und Einrichtungen, die sich von dem Kreuz aus Nägeln inspirieren lassen: christliche und islamische, jüdische und a-religiöse Institutionen.
Israelische, palästinensische, nigerianische, amerikanische, südafrikanische, indische, britische, kubanische, polnische Begegnungsstätten, Tagungszentren, Universitäten, Schulen, Gemeinden, Kommunen gehören zur Nagelkreuzgemeinschaft - davon 33 in Deutschland und acht in Bayern.
Coventry und bayerische Landeskirche
Seit 1994 bestehen Verbindungen zwischen der Bayerischen Landeskirche und der University Chaplaincy, die sich von einem einjährigen Praktikum auf BaföG-Basis zu einer Pfarrstelle für junge Theologinnen und Theologen ausgewachsen hat.
Aufgrund der Geschichte Coventrys ist es eine besondere Ehre und ein Zeichen von Vertrauen, dass ein deutscher Theologe/eine deutsche Theologin die Aufgabe eines coordinators of the Community of the Cross of Nails" innehat.
Diese/r bleibt mit den verschiedenen Nagelkreuzgemeinschaften in Verbindung, bereitet Zusammenkünfte und Konferenzen vor, unterstützt Chorreisen und Projekte und zukünftige Partnerorganisationen.
Daneben liegen die Schwerpunkte die Arbeit an der Universität in der der Seelsorge an Mitarbeitenden und Studierenden und einige Stunden Deutschunterricht.
"Mein persönliches Fazit nach drei Jahren Tätigkeit ist tiefe Dankbarkeit für alles, was ich lernen konnte, die Freundlichkeit und Freundschaft(en), die ich gefunden habe."
Joachim von Kölichen, bayerischer Pfarrer z.A. in Coventry von 1999-2002
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Weitere Informationen im Internet: http://www.anglican-lutheran-society.org/
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