Begegnung mit dem Islam: Die Moschee
Die Moschee - mehr als ein Ort der Andacht
Die Moschee ist der zentrale Versammlungsort der muslimischen Gemeinde. Hier wird auch gemeinsam gebetet, insbesondere am Freitag, dem islamischen Wochenfeiertag. Hier lesen die Männer den Koran und besprechen ihre Angelegenheiten, hier werden Hochzeiten gefeiert und der Koranunterricht für die Kinder findet hier statt.
Ist von einer Moschee die Rede, so denkt man meist an ein prächtiges Bauwerk im orientalischen Stil mit einem Minarett, einem schmalen hohen Turm, von dem aus der Muezzin fünfmal am Tag zum Gebet ruft. In Deutschland ist eine Moschee aber von außen oft kaum als solche zu erkennen.
Beim Eintreten wird allerdings schnell klar, wo man sich befindet. Anders als in christlichen Kirchen gibt es in Moscheen keine Bänke oder Stühle, keine Bilder oder Heiligenfiguren. Dafür sind die Wände kunstvoll mit Koranversen bemalt. Der gesamte Raum ist mit Teppichen ausgelegt, auf denen Gläubige stehend, kniend und sich verneigend die vorgeschriebenen Gebete verrichten können. Muslime beten immer Richtung Mekka, wo sich ihr Hauptheiligtum, die Kaaba, befindet. In der Moschee zeigt der Mihrab, die reich verzierte Gebetsnische an der Stirnseite der Moschee, die Gebetsrichtung an. Bekannt kommt uns Christen die mit einem Treppenaufgang versehene Kanzel vor, die Mimbar. Von dort aus wird beim Mittagsgebet am Freitag der Koran rezitiert und ausgelegt.
Bevor Muslime die Moschee betreten, waschen sie Hände, Gesicht und Füße. Deshalb findet man in jeder Moschee einen Brunnen oder ein Waschbecken. Sinn dieser rituellen Waschung ist es, rein vor Allah zu treten. Die Schuhe werden abgelegt, bevor man in den Gebetsraum hineingeht. Männer tragen zum Gebet eine Kopfbedeckung. Frauen mindestens ein Tuch, das Kopf, Schultern und Arme verhüllt. Die Frauen beten von den Männern getrennt. Manchmal haben sie ihren eigenen Gebetsraum, manchmal können sie in einem besonders abgeteilten Bereich der Moschee am Gebet teilnehmen.


