Kirchen im Gespräch: Evangelisch-reformierte Kirche

Die Beziehungen der Evangelisch-reformierten Kirche in Bayern zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

Problemanzeige und Ausblick

Reformiert in Bayern Den Reformierten bereitet Sorge, dass die Bezeichnung ‚evangelisch' von der Öffentlichkeit und den staatlichen Meldeämtern in Bayern als Evangelisch-Lutherisch interpretiert wird. Damit verlieren die Reformierten viele zuziehende Gemeindeglieder, die aus Unwissenheit nicht mehr über die Unterscheidung zwischen lutherisch und reformiert informiert sind und sich in ihren - meist unierten - Heimatkirchen ebenfalls nur als evangelisch bezeichnet haben.

Diese Verluste werden bisher durch Übertritte aufgehoben, jedoch wünschte sich die kleine Minderheitenkirche in Bayern hier mehr Klarheit und Aufklärung durch ihre große Schwesterkirche, was kaum zu verwirklichen ist, da die Evangelisch-Lutherische Kirche kaum für mangelndes Bewußtsein der reformierten Partner verantwortlich zu machen ist. Ebenfalls schmerzt die Evangelisch-reformierte Kirche die weitverbreitete und auch, so ihre Ansicht, im Evangelisch-Lutherischem Religionsunterricht zumeist nicht behobene Unwissenheit, dass die Reformierten weltweit beileibe keine Minderheit darstellen, sondern eine größere Anzahl an Gemeindegliedern und Gläubigen eignet als den Lutheranern.

Das Selbstbewusstsein "Wir sind auch da, wir sind reformiert, nicht lutherisch" - ein Spruch der in der Zeit um 1800 sehr populär und kämpferisch war, wird im Bereich der Evangelisch-reformierten Kirche immer noch sehr gepflegt. Im guten Sinne trägt dazu auch der Lehrstuhl für Reformierte Theologie in Erlangen bei, der bereits sein 150-jähriges Bestehen feierte und einen unter drei Lehrstühle für Reformierte Theologie in ganz Deutschland darstellt.