Begegnung mit dem Islam: Alltag im Islam
Ein Muslim erzählt, wie der Islam seinen Alltag prägt
Das tägliche Leben von uns Muslimen folgt den Vorschriften, die im Koran stehen und die unser Leben regeln.
Frühmorgens beginnt für gläubige Muslime der Tag mit einem Gebet. In islamischen Ländern kann man den Muezzin rufen hören: "Beten ist besser als Schlafen. Kommt zum Gebet. Gott ist groß." Dann wird ein Teppich ausgebreitet und das rituelle Gebet verrichtet. Dies wiederholen wir im Laufe des Tages dann noch viermal bis zum Nachtgebet. Können während des Tages die Gebetszeiten nicht eingehalten werden, dürfen bestimmte Gebete zusammengefasst werden. Alle Gebete beginnen mit der "Fatiha", der ersten Sure. Diese Sure wird auch bei Krankheit und Gefahren gebetet. Sie hat für uns Muslime eine ähnliche Bedeutung wie das Vaterunser für Christen.
Zum Mittagsgebet am Freitag gehen gläubige Muslime in die Moschee. Dort findet dann das Freitagsgebet statt, das mit einer Predigt verbunden ist. Männer und Frauen beten getrennt; für die Frauen ist ein bestimmter Teil des Gebetsraumes oder ein abgetrennter Raum bestimmt.
Einmal im Jahr während des Ramadan fasten wir einen Monat lang, d.h. wir verzichten auf Essen, Trinken, Rauchen und Sexualität von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Nach Sonnenuntergang gibt es ein gemeinschaftliches Essen. In diesem Monat sind die Moscheen festlich erleuchtet, man liest mehr als sonst im Koran und pflegt die Gemeinschaft. Zum Abschluss wird fröhlich und ausgiebig das Fest des Fastenbrechens gefeiert.
Auch das Almosengeben gehört zu den sogenannten fünf Säulen des Islam. Beim Gang zur Moschee, auf der Straße oder im Rahmen der Familie soll der Gläubige Almosen geben und den ihm von Gott geschenkten Besitz mit anderen teilen. Dies geschieht im Gedenken an die Offenbarung des heiligen Koran und soll den Menschen anleiten, sich vom Irdischen abzuwenden und sich ganz auf Gott zu konzentrieren.
Der Koran verlangt nicht den Verzicht auf Sexualität, Reichtum oder Erfolg. Wir dürfen die guten Gaben des Lebens genießen und gebrauchen, die Gott uns schenkt. Wir teilen sie jedoch mit anderen und wissen, dass alles Irdische vergänglich ist. Denn in allem soll sich ein Muslim an der Ewigkeit orientieren, wenn Gott von ihm Rechenschaft fordert, und dann erwartet ihn entweder das Paradies oder die Verdammnis.


