Die Bedeutung der Diakonie für die Kirche
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Verkündigung der Liebe Gottes durch die Tat
Für unsere Kirche gehört die Diakonie neben Seelsorge, Zeugnis und Verkündigung zu ihren „Wesens- und Lebensäußerungen“. Sie ist eine Grund-Dimension der Kirche, die Kommunikation des Evangeliums in der Tat. So heißt es in den „Perspektiven und Schwerpunkten“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern:
„Unsere Kirche hat Raum und Zeit dafür, dass Menschen sich gegenseitig annehmen, beistehen und vergeben, dass sie durch andere Menschen Gottes Liebe erfahren und für ihr Leben Gewissheit erlangen. Unsere Aufgabe ist es, die Hand auszustrecken, zu helfen und zu heilen, Frieden zu stiften und Liebe zu üben, verletzten Leben zu pflegen und zu fördern.
Wir übernehmen Verantwortung in Staat und Gesellschaft und setzen uns dafür ein, dass die Würde des Menschen geachtet wird. Wir bemühen uns, einzelne zu bestärken, damit sie ihr Leben bestehen, individuelle Notlagen nach Möglichkeit vermieden werden und der sozialen Frieden erhalten bleibt. Wir weisen auf gesellschaftliche Defizite hin und stärken durch unser Engagement das Gemeinwesen.“
(aus: Perspektiven und Schwerpunkte kirchlicher Arbeit in den nächsten Jahren, 1997)
In der Diakonie zeigt sich, dass die Kirche lebt und wie lebendig der christliche Glaube ist. Für die Väter und Mütter der modernen Diakonie war diakonisches Handeln zeugnishaftes Handeln: Die helfenden Tat war "Innere Mission", sie sollte vor allem den in Armut lebenden Menschen des 19. Jahrhunderts deutlich machen, dass die Liebe Christi gerade ihnen gilt. In der Motivation der heutigen Mitarbeitenden in der Diakonie und im diakonischen Profil ist dieses Bewusstsein lebendig. Kirche und Diakonie sind missonarisch im Zeugnis des Wortes und im Zeugnis der Tat: diakonisches Handeln und Verkündigung sind gemeinsam unverzichtbare Dimensionen der Mission unserer Evangelischen Kirche.
Diakonisches Handeln – Dienst in der Nachfolge Jesu
"Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen." Die „Sieben Werke der Barmherzigkeit" nennt man diese Aufzählung aus dem 25. Kapitel des Matthäusevangeliums. Sie beschreiben ganz elementare Aufgaben diakonischen Handelns. Gleichzeitig lesen sie sich wie ein Ausschnitt aus dem Angebot der heutigen Diakonie.
Hungrige speisen und Durstige tränken
Die Diakonie kümmert sich in zahlreichen Einrichtungen um jene Menschen, die nicht selbständig ihren Lebensalltag bewältigen können. In Einrichtungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, werden behinderte und alte Menschen betreut und versorgt, so dass auch sie ein menschenwürdiges Leben führen können.
Fremde beherbergen
Menschen, die nicht in Deutschland geboren worden sind, fällt das Leben in unserem Land oft schwer. Schon die Sprache ist für viele von ihnen eine gewaltige Hürde auf dem Weg in ihr neues Leben. Die Migrantenarbeit der Diakonie unterstützt in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländern. Sie hilft beim Ausfüllen von Formularen, bei der Beantragung von Unterstützungsleistungen oder bei der Arbeitssuche.
Nackte bekleiden
Diejenigen, die am Rande unserer Gesellschaft leben, haben mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Oft fehlt es am Allernötigsten: am Dach über dem Kopf, an einer warmen Suppe oder an der Gesundheitsversorgung. Darum sind in vielen deutschen Städten die Bahnhofsmissionen wichtige Anlaufpunkte für Obdachlose und Verlorengegangene. Dort helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeit schnell und unbürokratisch, wenn Menschen in Not geraten sind.
Kranke heilen
Anfangs gingen Diakonissen noch in die Krankenhäuser und Heilanstalten, um sich dort um Kranke zu kümmern und sie zu pflegen. Heute ist die Diakonie vielfach selbst Trägerin von Krankenhäusern und Spezialkliniken. Aber auch, wer zu Hause versorgt werden muss, kann sich auf die Diakonie verlassen: Ein dichtes Netz der ambulanten Pflege garantiert eine optimale Versorgung.
Gefangene besuchen
150.000 Menschen werden jährlich in Deutschland inhaftiert. Die Straffälligenhilfe des Diakonischen Werkes hilft ihnen und ihren Familien bei der Bewältigung dieser außerordentlichen Situation. Indem sie sich der sozialen Probleme Haftentlassener annimmt, fördert sie deren gesellschaftliche Integration und Resozialisierung.
Tote bestatten
Die sechs biblischen Werke der Barmherzigkeit wurden später durch ein siebtes ergänzt. Zwar trägt die Diakonie nicht die unmittelbare Sorge für die Bestattung der Toten. Doch sie begleitet Sterbende und ihre Angehörigen in der so genannten Hospizarbeit. Sterben und Tod sollen nicht länger gesellschaftliche Tabus bleiben: Ein Abschied in Würde steht jedem Menschen zu.



