Austausch-Programm mit der schwedischen Diözese Skara 2008/2009

Gottesdienst in St. Ulrich Augsburg zum Beginn des Austauschprogramms mit den schwedischen GästenMit der Reise von zwei bayerischen Pfarrern  nach Schweden und zwei schwedischen Pfarrern zu Gast in Bayern startete in diesem Jahr ein Austauschprogramm der bayerischen Landeskirche mit der schwedischen Kirche in der lutherischen Diözese Skara. Pfarrer Wolfgang Bogner aus Furth im Wald war neben Pfarrer Dr. Gregor Kreile aus Erlenbach einer der beiden (ersten) Pfarrer aus der bayerischen Landeskirche, die für drei Wochen ihren schwedischen Kolleginnen und Kollegen in Gemeinden der schwedischen Diözese Skara über die Schultern schauen sollten.

„Der Austausch sollte unbedingt fortgesetzt werden, auch wenn manche Dinge anders gelaufen sind, als in Bayern bzw. München erdacht“, lautete der Tenor der beiden Pfarrer nach ihrer Rückkehr. Die unterschiedlichen Strukturen der beiden Kirchen wurden sehr schnell deutlich. „Die Idee, den Gast drei Wochen lang einem Pfarrer über die Schulter schauen zu lassen, war so nicht durchführbar und wurde von den Gastgebern meines Erachtens auch nicht so verstanden“, so Pfarrer Bogner. „Zum einen ist der Pfarrer nur ein Mitarbeiter unter vielen, zum anderen gibt es viele Aufgaben, die wir dem Pfarrer zuordnen, die in Schweden aber von anderen erfüllt werden. Die Idee meiner Gastgeber war, mich möglichst viel am Leben in der Gemeinde teilhaben zu lassen.“

Auch das Selbstverständnis der Pfarrerinnen und Pfarrer der schwedischen Kirche scheint sehr verschieden zu sein zu dem in der bayerischen Landeskirche: Die schwedischen Pfarrerinnen und Pfarrer sehen sich laut Pfarrer Bogner als Arbeitnehmer einer Gemeinde mit Pflichten, aber auch mit Rechten. Die 40-Stunden-Woche mit zwei freien Tagen ist oft selbstverständlich und wird mit einem durchdachten Dienstplan umgesetzt, der auch alle anderen Mitarbeitenden mit einbezieht.

Viele Gemeinden sind dort zu einer Art Gemeindeverband zusammengeschlossen, der von einem Propst oder einer Pröpstin geleitet wird, der bzw. die verantwortlich ist für die Führung der zahlreichen Mitarbeitenden mit Pfarrern, Pädagoginnen, Diakonen, Kirchenmusikerinnen, Küstern, Mitarbeitenden in der Verwaltung, u.a. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewerben sich direkt bei einer Pfarr-Gemeinde oder einem Gemeindeverbund und sind dort auch angestellt. Die jeweiligen Gehälter werden dann in Verhandlungen mit dem Propst oder der Pröpstin und der Personalabteilung ausgehandelt.

Alle Teilnehmenden des ersten Durchgangs, die vier schwedischen und die vier bayrischen beteiligten Pfarrerinnen und Pfarrer empfanden den Austausch als eine große persönliche Bereicherung. So erlebten Probst Tomas Forsner und Pröpstin Birgitta Nymann aus Schweden drei Wochen lang die beiden Gemeinden Auferstehung in Augsburg (Pfarrerin Corinna Hektor) und Gunzenhausen (Pfarrerin Susanne Thorwart).

Im nächsten Jahr werden dann die Rollen getauscht: Aus den Gehenden werden Empfangende und umgekehrt. 2010/2011 soll eine zweite Staffel gestartet werden.

Ihr Ansprechpartner:
Heinz Dunkenberger-Kellermann
Ökumenische Studien- und Bildungsarbeit
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