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Migrationsarbeit und Aussiedlerseelsorge

Zu den drängendsten gesellschaftspolitischen Aufgaben gehören die Themen Zuwanderung und Integration sowie der Schutz verfolgter Menschen. Vor dem Hintergrund eines klaren und eindeutigen biblischen Auftrages haben sich die christlichen Kirchen immer schon den zuwandernden Menschen angenommen. Kein Gebot wird etwa im Alten Testament so oft wiederholt wie die Aufforderung, sich des oder der Fremden anzunehmen und ihn bzw. sie zu schützen (z.B. 3.Mose 19,33-34).

Die Zuwanderung von Arbeitssuchenden, Asylsuchenden sowie Aussiedlerinnen und Aussiedlern bedeutet für die evang.-luth. Kirchengemeinden in Bayern eine große Herausforderung. Sie sind vor eine doppelte Integrationsaufgabe gestellt. Die Zuwandernden brauchen Unterstützung bei der Eingliederung in die Gesellschaft und das soziale System in Deutschland. Andererseits besteht insbesondere bei den Aussiedlerinnen und Aussiedlern, die zu über 50% eine Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche angeben, aber auch bei anderen evangelischen Zuwandernden ein großer Bedarf, nach Möglichkeiten der Integration in den bestehenden Kirchengemeinden zu suchen.

Aufgrund dieses doppelten Auftrags arbeiten Kirche und Diakonie in der Migrationsarbeit eng zusammen.

Aussiedlerseelsorge

Viele Menschen aus Kasachstan und Russland, Sibirien und der Ukraine haben in den letzten Jahren Aufnahme in Deutschland gefunden. Über die Hälfte von ihnen geben bei der Einreise an, evangelisch zu sein, obwohl die meisten von ihnen kaum eine Vorstellung von unserer evangelischen Kirche haben. Diese Offenheit gegenüber unserer Kirche bietet eine große Chance und stellt Gemeinden zugleich vor eine große Herausforderung: Im Rahmen der Gemeindearbeit müssen Brücken geschlagen und Beziehungen aufgebaut werden, die Aussiedlerinnen und Aussiedler in die Gemeinden integrieren. Dabei besteht dringender Bedarf, Basiswissen über evangelische Kirche in einer für Aussiedler verständlichen Form zu vermitteln.

In vielen Gemeinden sind so Glaubenskurse für Russlanddeutsche entstanden, Gemeindefeste werden von Aussiedlern mitgestaltet, indem Speisen aus den Heimatgebieten angeboten werden. In Bibelstunden pflegen Deutsche aus Kasachstan ihre Tradition und mit Angeboten für Jugendliche versuchen Gemeinden Kontakte zu erleichtern und Integration zu ermöglichen. In Dekanaten mit einem besonders hohen Anteil an Russlanddeutschen wurden zum Teil Pfarrerinnen und Pfarrer mit der Aussiedlerseelsorge beauftragt. Vielerorts prägen Aussiedlerinnen und Aussiedler das Bild der Gottesdienstbesucher.


Buchtitel "Glauben,Lieben,Hoffen"Die Konferenz für Aussiedlerseelsorge in Bayern hat ein Buch herausgegeben, das Fremden Kirche nahe bringen möchte. Mehr dazu hier