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Aus der praktischen Arbeit des Sektenbeauftragten
Der Beauftragte für Sekten und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Kirchenrat Dr. Wolfgang Behnk, ist Pfarrer mit langjähriger Gemeindeerfahrung. Seine Aufgabe ist es, zu zentralen Fragen rund um das Thema religiöser Gruppierungen und Sekten Informationen für Interessenten und Betroffene bereitzustellen.
Er stützt sich hierbei auf Quellenmaterial, Berichte von Menschen, die mit sektiererischen Gruppen Erfahrungen gemacht haben, fachliche Untersuchungen sowie eigene Erfahrungen mit den Gruppen (Feldforschung, Exkursionen). Seine Einschätzungen und Beurteilungen zu bestimmten Praktiken und Weltanschauungen der Gruppen basieren auf dem christlichen Menschenbild.
Der Beauftragte gibt seine Erkenntnisse weiter in Form von Vorträgen, Seminaren, Fortbildungsveranstaltungen, persönlicher Beratung, Publikationen und allgemeiner Öffentlichkeitsarbeit.
Seelsorgerliche Begleitung
Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit sind Seelsorge und Beratung. Er begleitet Menschen in schwierigen Fällen und bemüht sich um helfende Kontakte, je nach Bedarf zu medizinischen, juristischen oder behördlichen Fachleuten und Hilfsgruppen. Unter den Sektenbeauftragten der Kirchen gibt es ein ökumenisches Netzwerk, das auch mit nichtkirchlichen Institutionen, zum Beispiel Behörden oder Betroffeneninitiativen, verwoben ist.
Zur Arbeit des landeskirchlichen Beauftragten gehört nicht nur die Auseinandersetzung mit organisierten Gruppen, sondern auch mit geistigen Systemen, den prägenden Weltanschauungen.
Menschen, die sich einer bestimmten Weltanschauung anschließen, können dies durchaus nur für sich persönlich tun, also etwa Bücher darüber lesen. Sie können sich aber auch mit Gleichgesinnten zusammentun und sich regelmäßig treffen, so dass ihre Weltanschauung an eine Gruppe gebunden ist, die wiederum mehr oder weniger fest formiert sein kann.
Leitbild der Tätigkeit
Bei aller Sachbezogenheit und Unvoreingenommenheit übt der landeskirchliche Beauftragte für Sekten und Weltanschauungen seine Tätigkeit nicht ohne positionelle Voraussetzung aus: Sein Dienst ist nicht "wertneutral", sondern bemüht sich um Wertvermittlung im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus. Er zeigt aus christlicher Nächstenliebe heraus Positionen und Wege auf, die für Rat- und Beistand-Suchende freilich nur ein Angebot sein können. Dabei orientiert er sich am Leitbild der Landeskirche.


