Bericht zur Sozialen Lage

Wohnungsnot ist ein dringendes Problem

Wohnungsnot

Kinder sind besonders schlimm von der Wohnungsnot betroffen.

Bild: bodnarchuk

Mehr als 15.000 Menschen sind in Bayern ohne eigenen Wohnsitz, viele davon über einen Zeitraum von zwei Jahren und länger. Kirchliches und diakonisches Handeln sind gefragt.

Die Ergebnisse des Berichts zur Sozialen Lage in Bayern 2014, der jetzt vorgestellt wurde, sind dramatisch. Besonders betroffen sind vor allem Kinder. In mehr als 20 Prozent der wohnungslosen Haushalte, die kommunal untergebracht sind leben Minderjährige.

Nun müssten aus den Ergebnissen des Berichtes zur Sozialen Lage auch zeitnah entsprechende Konsequenzen gezogen werden, fordert das Diakonische Werk Bayern e.V. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe prognostiziert bereits einen Anstieg der Wohnungslosigkeit um weitere 60 Prozent bis zum Jahr 2018. „In Bayern hat sich die Zahl der Sozialwohnungen von 250.000 im Jahr 1999 auf 130.000 im Jahr 2014 nahezu halbiert, und das bei einem angespannten Markt. Das bekommen wir jetzt zu spüren“, warnt Dr. Tobias Mähner, 2. Vorstand der Diakonie Bayer.

Nach Ansicht der Diakonie müssen darum die sogenannten Fachstellen zur Verhinderung von Obdachlosigkeit weiter ausgebaut werden. Als Konsequenz neben der Intensivierung des sozialen Wohnungsbaus, müsste außerdem eine fachlich qualifizierte Betreuung und Beratung der Bewohner und Bewohnerinnen in allen Obdachlosenunterkünften garantiert werden, damit Obdachlosigkeit nicht zu einer Sackgasse wird.

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Notlagen nicht gegeneinander ausspielen

Die Wohnungsnot ist auch für die evangelische Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern derzeit eine der dringendsten sozialen Herausforderungen. Zur Eröffnung der Fotoausstellung "My home is my castle" über die Wohnsituation von Geringverdienern sagte sie in der Ehrenhalle des Nürnberger Rathauses: Es brauche mehr bezahlbaren Wohnraum für sozial Schwache, für alte Menschen mit schmaler Rente ebenso wie für alleinerziehende Mütter, die knapp an der Armutsgrenze leben, sowie für Obdachlose und Flüchtlinge. "Notlagen gegeneinander auszuspielen, um damit beispielsweise gegen Flüchtlinge Stimmung zu machen, schadet allen", warnte die Theologin.

In die aktuelle gesellschaftliche Diskussion passe die Ausstellung, die bis zum 19. November großformatige Aufnahmen des Landshuter Fotografen Peter Litvai zeigt, die sich mit den Themen "Bezahlbarer Wohnraum" und "Wohnraumqualität" auseinandersetzen.
Die Ausstellung "My home ist my castle" sei "eine Aktion zu rechten Zeit", sagte Hann von Weyhern. Die Ausstellung zeige auch, dass kirchliches und diakonisches Handeln Menschen in verschiedensten Notlagen unterstütze, so die Regionalbischöfin.


11.11.2015 / Diakonische Werk Bayern e.V./ epd