Augsburger Friedenspreis

„Wir würdigen eine unermüdliche Kämpferin“

Schwester Dr. Lea Ackermann

Ausgezeichnet mit dem Augsburger Friedenspreis 2014: Schwester Dr. Lea Ackermann

Bild: Stadt Augsburg

Seit 1985 wird alle drei Jahre der Augsburger Friedenspreis verliehen. 2014 geht er an Schwester Dr. Lea Ackermann (Foto) und ihre Organisation „SOLWODI“ (Solidarity with Woman in Distress).

In Anlehnung an den konfessionellen Hintergrund des „Hohen Friedensfestes“ haben die Stadt Augsburg und die Evangelische Kirche vor 29 Jahren vereinbart, dass der Friedenspreis „für besondere Leistungen zur Förderung interkonfessioneller Gemeinsamkeiten“ verliehen wird. Seitdem wird der mit 12500 Euro dotierte Preis „Augsburger Hohes Friedensfest“ alle drei Jahre am 8. August zum „Hohen Friedensfest“ verliehen.

2014 geht er an Schwester Dr. Lea Ackermann (Foto) und ihre Organisation „SOLWODI“ (Solidarity with Woman in Distress). Ackermann erhielt die Auszeichnung im Rahmen einer Feierstunde im Goldenen Saal des Rathauses vor rund 200 Gästen. Regionalbischof Michael Grabow von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Oberkirchenrat im Kirchenkreis Augsburg begründete die Entscheidung der Friedenspreis-Jury, deren Vorsitzender er ist.

"Ein Zeichen für die Menschenwürde von Frauen"

Die Jury, so Grabow, habe in diesem Jahr „ein Zeichen für den Frieden zwischen den Geschlechtern und die Menschenwürde vor allem von Frauen, Mädchen und Kindern“ setzen wollen. „Es ist gleichzeitig ein Zeichen für den Einsatz gegen sexuelle Ausbeutung, Armut und Entwürdigung.“

Vor diesem Hintergrund habe man Aufmerksamkeit auf eine Hilfs- und Menschenrechtsorganisation gerichtet, „die sich seit fast dreißig Jahren um Frauen und Mädchen kümmert, die Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsheirat geworden sind. Die Rede ist von der Organisation ,SOLWODI‘ (Solidarity with Women in Distress). Zu Deutsch: Solidarität mit Frauen in Not“.

Gewürdigt würden die langjährigen Bemühungen Ackermanns „für Frieden an Leib und Seele von sexuell unterdrückten Frauen und Mädchen“, so Grabow. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Schwester Lea Ackermann als Preisträgerin Augsburg zur Ehre gereicht“, unterstrich der Regionalbischof in seiner Rede. „Wir würdigen mit ihr eine unermüdliche Kämpferin, die sich für den Frieden und die Menschenwürde und gegen sexuelle Ausbeutung und Entwürdigung von Frauen und Mädchen einsetzt.“

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Mit der Preisverleihung an ,SOLWODI‘ stelle der Augsburger Friedenspreis eine konkrete, praktische, vom christlichen Glauben her motivierte Friedensarbeit an Frauen, die Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Sextourismus geworden sind, in den Mittelpunkt.

„Auch wenn der Weltfrieden bis heute eine Utopie, so ehren mit dem Preis Augsburger Friedensfest jene Menschen, die durch konkretes Handeln zur Verbesserung der Lebensumstände beigetragen haben und stetig beitragen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl in seiner Rede.

"Jeder Preisträger ist Hoffnungsträger"

„Augsburg will als Friedensstadt ein Zeichen setzen, von Augsburg aus soll die Botschaft der Hoffnung in die Welt gesandt werden. Denn jeder Preisträger ist Hoffnungsträger und Friedensbotschafter. Dadurch werden neue Energien im Einsatz für den Frieden freigesetzt, werden andere motiviert, auch aktiv Partei zu ergreifen für den Frieden.“

OB Dr. Gribl weiter: „Frieden hat sehr viel mit Aktivität, mit Engagement zu tun. Je wacher, je aktiver, je engagierter wir sind, umso weniger Chancen bleiben der Gewalt, dem Terror. Eine der schlimmsten Verbündeten von Gewalt, Unrecht und Unfrieden ist die Gleichgültigkeit. Diese gilt es immer wieder in ihre Schranken zu weisen, so dass Hilfsbereitschaft, ein ,Mitleiden‘ und Beistand aktiv werden können.“


08.08.2014 / Stadt Augsburg