1. EVHN-Präsidentin im Interview

"Die Persönlichkeit jedes Einzelnen fördern"

Neues Präsiudm der Evangelischen Hochschule Nürnberg

Mindestens einmal wöchentlich trifft sich das neue Präsidium der Evangelischen Hochschule Nürnberg (v.l.n.r.): Vizepräsidenten Prof. Michael Kuch und Prof. Joachim König, Präsidentin Prof. Barbara Städtler-Mach, Kanzler Kurt Füglein.

Bild: (c) Irene Haffa / Evangelische Hochschule Nürnberg

Die Evangelische Hochschule Nürnbeg (EVHN) hat ab sofort eine neue Präsidentin: Prof. Barbara Städtler-Mach im Interview über Kontinuität, ethisches Selbstverständnis und den "Schatz Hochschule".

Die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN) ist eine staatlich anerkannte Hochschule der ELKB für soziale, gesundheitlich-pflegerische und pädagogische Berufe in Gesellschaft, Diakonie und Kirche. Zum 1. Oktober 2014 erreicht die Anzahl der Studierenden an der EVHN einen Rekord:

1430 Studierende sind in zehn Bachelor- und aktuell zwei Master-Studiengängen eingeschrieben, davon rund 440 Erstsemester. Die größte Gruppe der Erstsemester hat mit 150 Studierenden im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit begonnen, gefolgt von 64 Studienanfängern im Bachelor-Studiengang Pflege Dual und 40 im Bachelor-Studiengang Erziehung, Bildung und Gesundheit im Kindesalter Dual.

Mit Beginn des Wintersemesters 2014/15 hat die EVHN mit Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach eine neue Präsidentin sowie zwei neue Vizepräsidenten. Im Interview mit EVHN-Mitarbeiterin Irene Haffa spricht die neue Präsidentin Städtler-Mach über Kontinuität, ethisches Selbstverständnis und den „Schatz Hochschule“.

In der achtjährigen Amtszeit Ihres Vorgängers Prof. Dr. Hans-Joachim Puch, der Mitte Oktober feierlich in den Ruhestand verabschiedet wurde, verdoppelte sich die Anzahl der Studierenden, viele neue, zukunftsorientierte Studiengänge kamen hinzu und die Grundordnung, der Rahmen der Hochschule, wurde beispielsweise mit der Auflösung der Fakultäten organisatorisch neu strukturiert. Sie haben eine gut aufgestellte Hochschule übernommen. Was bleibt? Was planen Sie Neues?
Prof. Barbara Städtler-Mach: "Neu ist zum Einen unsere Grundordnung, die zunächst unser Alltagsgeschäft bestimmt. Wir bleiben aber nicht bei uns selbst stehen: Wir werden verschiedene Studiengänge weiter und andere neu entwickeln, wir verstärken unser Forschungsprofil und erweitern unsere internationalen Beziehungen. Konkret ist zum Beispiel eine internationale Woche zu Anfang des Sommersemesters geplant. Das Bleibende: Unser Leitbild ,Hochschule in evangelischer Trägerschaft' mit der Orientierung am christlichen Menschenbild und damit der Ausrichtung der Persönlichkeitsförderung auf allen Ebenen, der Wahrnehmung sozialer Verantwortung innerhalb der Studieninhalte und in Forschungs- und Praxisprojekten." 

Informationen zum Thema Evangelische Hochschule Nürnberg

Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN)

Die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN) ist eine überregional anerkannte Hochschule für soziale, gesundheitlich-pflegerische und pädagogische Berufe in Gesellschaft, Diakonie und Kirche. Die Lehranstalt orientiert sich an einem Bildungsbegriff, für den das christliche Menschenbild eine zentrale Grundlage darstellt. Neben der wissenschaftlichen Fundierung von Lehre, Forschung, Fort- und Weiterbildung werden deshalb zusätzliche Themen spiritueller, persönlichkeits- und allgemein bildender Art angeboten. Studierende werden ergänzend zur beruflichen und wissenschaftlichen Qualifikation zu einer kritischen Reflexion der eigenen Person und ethischer Fragen in Beruf und Gesellschaft angeregt.

Wie kann die Hochschule in einer stark wirtschaftlich orientierten Gesellschaft ihren Studierenden Themen wie die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes und ethischen Verständnisses in Lehre und Forschung gerecht werden?
Prof. Städtler-Mach: "Zum Einen ist deutlich die Verbindung von Sozialem und Wirtschaftlichkeit darzustellen: Sozial- und Gesundheitswirtschaft ist ein wesentlicher Teil der Wirtschaft. Zum anderen ist auch die kritische Funktion christlicher Ethik einzuüben und in die Gesellschaft einzubringen: Es geht um die Ermöglichung der Chancen für alle."

Wie sehen Sie die Hochschule im Kontext der Landeskirche?
Prof. Städtler-Mach: "Mir war und ist es immer wichtig, dass unsere Landeskirche erkennt, welche Schätze sie mit ihrer Hochschule hat. Wir sind nicht nur ein Multiplikator in viele Arbeitsfelder in Kirche und Gesellschaft. Ich verstehe die Hochschule auch als einen Dienstleister für unsere Kirche. In Nürnberg hat die Landeskirche mit ihrer Hochschule ein Kompetenzzentrum in Bereichen der (religiösen) Bildung, des Sozialen und der Gesundheitsversorgung. Hier arbeitet eine Vielzahl von kompetenten Professorinnen und Professoren, die für Sachfragen Hilfestellung geben können. An dieser Stelle wünsche ich mir noch mehr Kooperationen mit Einrichtungen unserer Landeskirche."


20.11.2014 / Irene Haffa / Evangelische Hochschule Nürnberg