Zur "Einheit der Christen"

"Wir alle sind von Gott geliebte Menschen"

Ein katholischer und ein evangelischer Bischof

Gemeinsam für die Einheit der Christen (v.l.n.r.): Dr. Konrad Zdarsa und Regionalbischof Michael Grabow

Bild: (c) ELKB / Kirchenkreis Augsburg und Schwaben

Einen ökumenischen Gottesdienst zur "Einheit der Christen" haben der Augsburger Regionalbischof Michael Grabow und Dr. Konrad Zdarsa, Bischof im Bistum Augsburg, am Wochenende gemeinsam gestaltet.

Der ökumenische Gottesdienst anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen fand in der Evangelisch-Lutherischen Kirche St. Ulrich in Augsburg statt. Im Rahmen der Andacht kam einmal mehr zum Ausdruck, dass ein respektvolles Miteinander der Religionen aktueller denn je ist.

In seiner Begrüßungsrede nahm der Augsburger Regionalbischof Michael Grabow dabei Bezug auf die Kirchen in Brasilien, die den Gottesdienst vorbereitet hätten. Gerade gegenwärtig erlebe Brasilien eine "Zeit wachsender Intoleranz", die sich "in offener Gewalt" besonders "gegen Minderheiten und Schwache" zeige. "Intoleranz", so Grabow", zeigt sich leider auch unter christlichen Gruppen und Kirchen. Es gibt eine religiöse Konkurrenz vor allem jener neuen Gruppen, die die religiöse Landschaft Brasiliens als einen Markt sehen, auf dem man um Marktanteile kämpfen muss."

"Gemeinsam Jesus Christus aus den Grund gehen"

Parallel unterstrich Grabow gleichwohl auch "den großen Respekt" mit dem "die klassischen Kirchen in Brasilien ökumenisch zusammenarbeiten" würden. Insbesondere "nach den Ereignissen der letzten Tage und Wochen", sei ein respektvoller Umgang mit anderen Religionen von den Menschen mehr denn je gefordert, diesem Leitgedanken folgend, so Grabow: "Wir alle sind von Gott geliebten Menschen."

Bischof Dr. Konrad Zdarsa vom Bistum Augsburg, der im Gottesdienst die Predigt hielt, pflichtete Regionalbischof Grabow bei. "Wir brauchen einander, um gemeinsam Jesus Christus und seinem Evangelium auf den Grund zu gehen und die Fülle seines Reichtums auszuschöpfen", bekräftigte Zdarsa. Dabei seien aufrichtige Begegnungen auf Augenhöhe wichtig: "Ökumene der Ehrlichkeit ist angesagt", so Zdarsa.

Christen auch unterschiedlicher Konfessionen seien mehr denn je aktuell dazu aufgefordert, gemeinsam eine Mission zu verfolgen: als bestellte "Zeugen für Jesus Christus" zu wirken, "nicht als Leisetreter oder Miesepeter", konstatierte Zdarsa: "Wer von uns mag es sich nicht wünschen, in dieser multikul-turellen Gesellschaft noch mehr zusammenzurücken?! Wir sollten das nicht nur als Chance für die Ökumene der großen Kirchen, sondern aller christlichen Gemeinschaften verstehen."

 

 


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