Anders lernen

Preise für diakonische Lernorte

Der Videoclip von Alexander Keller, Photography, Yannick Rouault und Martin Dorner stellt den Förderpreisträger "Mittelschule Landau" aus dem Jahr 2014 vor.

Mädchen beim Tischdecken

Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten engagieren sich im Rahmen des Unterrichtes an Lernorten diakonischer Träger oder in diakonisch aktiven Kirchengemeinden.

Bild: Dorner

Vier Projekte von Diakonie und Schulen ausgezeichnet: Preise im Gesamtwert von 3.500 Euro erhalten Kooperationen zwischen diakonischen Lernorten und Schulen aus Hersbruck, Bruckberg und Nürnberg.

Unter dem Motto „Soziale Bildung: Anderen begegnen – anders lernen“ engagieren sich Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten in ganz Bayern an 150 sogenannten diakonischen Lernorten. Diakonisches Lernen ist eine Initiative des Diakonischen Werkes Bayern: Schülerinnen und Schüler begegnen Menschen, die von der Diakonie betreut werden, und lernen voneinander.

Mit freundlicher Unterstützung von easyCredit konnte die Initiative Diakonisches Lernen einen Wettbewerb für die Metropolregion Nürnberg ausschreiben, um Kooperationen zwischen diakonischen Lernorten und Schulen zu fördern. Einer der vier Preisträger ist das Sigmund-Faber Heim der Diakonie Neuendettelsau in Hersbruck. In Kooperation mit dem Paul-Pfinzing-Gymnasium und den Fächern Religion, Geschichte und Kunst entsteht eine Epochenwand mit Schautafeln, Touchscreen und Audioguide für das Foyer des Seniorenheimes. In teilweise begleiteten Gesprächen zwischen Schülern und Heimbewohnern werden im Rahmen der Biografiearbeit zur Prophylaxe bzw. Behandlung von Demenz Erinnerungen aus der Geschichte ins Gedächtnis zurückgeholt und aktiviert. Auf Schautafeln, in Hörbeispielen und in Filmsequenzen werden wichtige Ergebnisse der letzten 10 Jahrzehnte allen Bewohnern an der Epochenwand präsentiert.

Das Rummelsberger Stift St. Lorenz in Nürnberg kooperiert nun offiziell mit der Mittelschule Insel Schütt und dem von der Religionslehrkraft begleiteten Projektfach „Jung trifft Alt“. Mit der Fördersumme von 1.000 € können u.a. gemeinsame Ausflüge finanziert werden.

Die Bruckberger Heime sind eine Kooperation mit der Laurentius Realschule in Neuendettelsau eingegangen. Lehrkräfte aus dem Fach Sport und Sozialwesen werden die Schüler dabei begleiten. Mit 1000.- € wird das gemeinsame Sporttraining von Schülern mit und ohne geistige Behinderung gefördert. Auch Fahrtkosten zur Teilnahme in sogenannten „Unified Mannschaften“ an Sportveranstaltungen des Verbandes Special Olympics und Praktika für Schüler der Laurentius Realschule in den Bruckberger Heimen sowie diakonische Projekttage können damit bezahlt werden.

Mit 500.- € wird mit dem Hermann-Bezzel Heim ein weiterer diakonischer Lernort in Nürnberg ausgezeichnet. Die Senioreneinrichtung der Rummelsberger Diakonie kooperiert mit der Adam-Kraft-Realschule und einem Wahlfach im Rahmen des Ganztagesunterrichts. Die Schüler werden für den Kneipp- und Naschgarten Klangelemente aus recyceltem Material bauen.

An der Ausschreibung haben sich insgesamt acht diakonische Lernorte mit den dazugehörigen Partnerschulen beteiligt. Die Jurymitglieder waren: Dr. Leonie Krüger (Öffentlichkeitsarbeit Diakonisches Werk Bayern), Dr. Siegfried Rodehau (Evangelische Schulstiftung in Bayern, Beirat Initiative Diakonisches Lernen) und Pfarrer Martin Dorner (Projektleiter).

Die Initiative Diakonisches Lernen existiert seit 2010. Sie entwickelte ihr Konzept in Zusammenarbeit mit der Universität Regensburg, der Gymnasialpädagogischen Materialstelle Erlangen, dem Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn, der Evangelischen Schulstiftung in Bayern sowie mit Lehrkräften und Fachkräften der Diakonie.


11.08.2015 / Martin Dorner
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