Weihnachtsbesuch bei der Polizei

Dank für "vorbildlichen Einsatz"

Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler

Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler

Bild: ELKB / Rost

Um sich zu bedanken für deren "manchmal sehr schweren Dienst" hat Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler am  Heiligen Abend Polizeibeamtinnen und -beamten am Münchner Hauptbahnhof besucht.

Die Münchner Regionalbischöfin und Ständige Vertreterin des Landesbischofs hat am Heiligen Abend in Begleitung ihres Mannes, Kirchenrat Dieter Breit, die Beamten und Beamtinnen der Polizei und der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof besucht. Sie machten einen Rundgang innerhalb der Inspektion, besuchten den Einsatzraum Asyl, in dem Flüchtlinge empfangen werden, tauschten sich mit den Beamtinnen und Beamten über die Herausforderungen der Arbeit am Hauptbahnhof aus und gestalteten anschließend für sie eine kleine Weihnachtsfeier. Für bayern-evangelisch.de beantwortete die Regionalbischöfin vorab einige Fragen zu ihrem Weihnachtsprogramm:

Sie besuchen am Heiligen Abend die Polizisten am Münchner Hauptbahnhof. Wie sind Sie dazu gekommen?

Susanne Breit-Keßler: Das war eine Idee, die sich aus meiner Dankbarkeit für den warmherzigen und menschlichen Einsatz der Polizei für unsere Flüchtlinge ergeben hat.

Man erwartet von Kirchenvertretern und Kirchenvertreterinnen, dass sie am Heiligen Abend Kliniken, Obdachlosenheime oder Flüchtlingsunterkünfte besuchen – aber wieso die Polizei?

Susanne Breit-Keßler: Wir halten den Einsatz staatlicher Kräfte immer für selbstverständlich, gehen ganz einfach davon aus, dass sie da sind und für unsere Sicherheit und die anderer sorgen. Aber ich weiß, wieviel körperliche und psychische Kraft nötig ist, um als Polizist oder Polizistin zu arbeiten. Da muss man einfach mal deutlich und kräftig Vergelt's Gott sagen.

Worin sehen Sie die besondere Herausforderung für Polizistinnen und Polizisten heutzutage?

Susanne Breit-Keßler: Die Aggression und Gewalt gegenüber der Polizei nimmt insgesamt zu. Die Beamten und Beamtinnen müssen darauf ruhig und besonnen reagieren - da gehört schon Einiges dazu. Diese Herausforderung ist nur eine von vielen: Die Flüchtlinge werden weite kommen und Unterstützung brauchen. Rechtsradikale Kreise werden aktiver und müssen in Schach gehalten werden; die Demonstranten aus dem rechten Spektrum sind auch nicht nur einfach zu "handeln". Dazu kommt die "ganz normale" Kriminalität, die verhindert oder verfolgt werden muss. Ganz schön viel...

Welche Botschaft werden Sie den Polizistinnen und Polizisten mitbringen?

Susanne Breit-Keßler: Den Dank unserer Kirche für ihren täglichen Einsatz und Luthers Einsicht, dass jeder, der verantwortlich seine Arbeit im Dienst anderer tut, den wahren Gottesdienst feiert.

Und wie feiern Sie danach Weihnachten?

Susanne Breit-Keßler: Mit meinem Mann gehe ich in einen Gottesdienst, dann essen wir Würstchen mit Kartoffelsalat - wie immer - und bescheren uns.

Das Schönste an Weihnachten ist…,

Susanne Breit-Keßler:... dass Gott Mensch wird und unsere Nähe sucht. Dass wir seine barmherzige Menschlichkeit in unser Herz lassen dürfen und damit dieses Leben mit Gottes Hilfe lebenswert machen können.


23.12.2015 / ELKB