Ehrenamtspreis

Vorbildliche Initiativen ausgezeichnet

Männer im Kreis

Ausgezeichnet mit dem Ehrenamtspreis: Das Theaterprojekt "Tagasyl - Szenen aus dem Leben syrischer Asylanten" trägt dazu bei, Vorurteile abzubauen - hier ein Szenenfoto.

Bild: (c) Kirchengemeinde Murnau

Zum fünften Mal hat die bayerische Landeskirche vorbildliche ehrenamtlich getragene Projekte mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Die Preise werden am 6. Dezember in Regensburg verliehen.

Der Fachbeirat Ehrenamt hat in diesem Jahr drei Projekte ausgewählt, die Menschen und Kirche in Kontakt bringen. „Wir hatten dieses Jahr 45 Bewerber aus ganz Bayern, da fiel die Entscheidung nicht leicht“, so der Sprecher des Fachbeirats, Peter Pöhlmann. „Es geht uns um die exemplarische Würdigung ehrenamtlichen Engagements, das auch Anregung für andere bietet.“

Diese Herausforderung leistet dem Urteil des Fachbeirates zufolge etwa das Projekt "Neugeborenenbesuche" der Kirchengemeinde Selbitz. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter dieses Projektes besuchen dabei monatlich Neugeborene und ihre Eltern; vor dem Hintergrund des spürbaren demographischen Wandels in der Region, sollen Menschen ermutigt werden, Kindern das Leben zu schenken.

Einsatz für junge Familien

Die Kirchengemeinde Selbitz möchte die jungen Eltern dabei unterstützen und zeigen, dass sie sich für Familien einsetzt. Konfession oder Religion spielen für das Engagement keine Rolle. Die Besuchenden sind selbst junge Mütter und bringen den frischgebackenen Familien Geschenke (gespendet von Kooperationspartnern) mit: Blumen, Gutscheine für den Kirchenladen oder andere Geschenke der Kirchengemeinde. Außerdem laden sie die jungen Eltern mit ihrem Neugeborenen zur Krabbelgruppe und in die Gemeinde ein.

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Ein weiteres prämiertes Projekt ist die Initiative „Familienhaus – Haus der Generationen“ der Christuskirche Straubing: Das Familienhaus Straubing bietet Menschen aller Generationen, Nationen und Konfessionen die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen; so soll es eine Anlaufstelle für Familien in allen Fragen des Lebens sein. Die Kirchengemeinde hat ihr Gemeindehaus aufgegeben und sich dem Quartier geöffnet. Das "Familienhaus" beherbergt eine Kita und ein Begegnungscafé und wird von vielen (auch nichtkirchlichen) Gruppen und Kreisen genutzt. Das ehrenamtlich betriebene Begegnungscafé ist dabei Knotenpunkt und Austauschplattform zugleich.

Interreligiöser Dialog gefördert

Darüber hinaus hat der Fachbeirat Ehrenamt die Theaterinitiative „Tagasyl - Szenen aus dem Leben syrischer Asylanten“ der Kirchengemeinde Murnau ausgezeichnet. Die Kirchengemeinde hat hierbei gemeinsam mit Asylbewerbern aus Syrien ein Theaterstück entwickelt, welches das Leben in
Syrien, die Flucht und das Asylverfahren beleuchtet. Die Aufführungen haben dazu beigetragen, Vorurteile abzubauen, es wurde Kontakt zwischen den Dorfbewohnern und den Asylbewerbern hergestellt.

Überdies, so die Jury in ihrem Urteil, eigne sich das Theaterspiel als gute Möglichkeit, vermeintlich leere Zeit kreativ und konstruktiv zu nutzen, Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und die deutsche Sprache zu erlernen. Kirche habe sich in diesem Projekt den Menschen, den Asylanten und ihren Gastgebern zugestellt und interreligiösen Dialog gefördert. Die Preise in Höhe von jeweils 1000 Euro werden am 6. Dezember 2014 in Regensburg durch die Präsidentin der Landessynode, Annekathrin Preidel, Regionalbischof Hans-Martin Weiss und Mitglieder des Fachbeirats Ehrenamt übergeben.   


07.10.2014 / ELKB / Poep