40. Interkulturelle Woche 2015

Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt

Auge

"Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt": unter diesem Motto steht die diesjährige 40. Interkulturelle Woche mit ihrem aktuellen, passend buntem Logo.

Bild: (c) Interkulturelle Woche

Am Sonntag, 27. September 2015, wurde die bundesweite Interkulturelle Woche eröffnet. Zahlreiche bayerische Gemeinden laden zu Veranstaltungen ein.

Die "40. Interkulturelle Woche" startet - und Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Integrationsbeiräte und -beauftragte, Migrantenorganisationen oder Initiativgruppen sowie alle Engagierten und Interessierten sind wieder aufgerufen, sie mitzugestalten.

Informationen zum Thema

Interkulturelle Woche

Die bundesweit jährlich stattfindende Interkulturelle Woche (IKW) ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 Ende September statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und -beauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. In mehr als 500 Städten und Gemeinden werden rund 5.000 Veranstaltungen durchgeführt.

Die Interkulturelle Woche ist eine gemeinsame Initiative der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Deutschen Bischofskonferenz und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie und findet seit 1975 in mittlerweile mehr als 500 Städten und Gemeinden in ganz Deutschland statt.

Solidarisch mit den Flüchtlingen

Bei der bundesweiten Eröffnung am Sonntag, den 27. September 2015, in Mainz haben die Kirchen dazu aufgerufen, sich weiter solidarisch mit den Flüchtlingen zu zeigen. Alle Menschen unabhängig von ihrer Religion seien im Besitz der von Gott gegebenen Menschenwürde, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm beim Gottesdienst im Mainzer Dom. Die Glaubwürdigkeit von Christen hänge davon ab, wie sie mit Menschen in Not umgehen, erklärte der bayerische Landesbischof: "Auch politische Regeln, so schwierig sie in der gegenwärtigen Situation zu finden sind, müssen sich diesem Maßstab stellen."

Bedford-Strohm lobte in seiner Predigt die Arbeit von Einsatzkräften und ehrenamtlichen Helfern, denen es gelungen sei, "dass wir bisher mit den großen Flüchtlingszahlen am Ende doch zurechtgekommen sind." Der EKD-Ratsvorsitzende forderte die Gesellschaft zugleich zum entschiedenen Kampf gegen Menschenfeindlichkeit und Fanatismus auf. "Genau darin sind sich Rechtsradikale und Islamisten ja einig: die Würde des Menschen soll nur für einige gelten", sagte er.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kündigte an, die Kirchen würden die Flüchtlingspolitik auch künftig intensiv, "sehr konstruktiv und, wo nötig, auch kritisch" begleiten. Die bundesweiten Aktivitäten während der interkulturellen Woche seien ein Beleg dafür, dass sich "Unzählige in diesem Land eine lebendige, eine vielfältige, offene und gerechte Gesellschaft wünschen, die allen eine Chance gibt", sagte der Erzbischof von München und Freising.

Veranstaltungen in Bayern

Die Interkulturelle Woche bietet die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Tausende von Begegnungsveranstaltungen laden dazu ein, die Einwanderungsgesellschaft in all ihren Facetten zu erleben, gute Erfahrungen wie Konfliktlösungen auszutauschen und für eine menschenfreundliche Gesellschaft zu streiten. Unter dem Motto „Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt.“ haben auch zahlreiche Gemeinden in Bayern ein buntes Programm zusammengestellt.

 

Ansbach: Referate und Diskussion

„Gekommen, um zu leben“- so lautet der Titel einer Diskussionsveranstaltung am Montag, 28. September 2015 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Friedenskirche in Ansbach. Der Referent Christof Loos vom Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Kastanienhof berichtet von jungen, unbegleiteten Menschen auf der Flucht – die Zahl steigt ständig an. An diesem In-formationsabend wird auch über die Unterbringung und die Situation dieser jungen Migranten in Ansbach diskutiert. Am Mittwoch, den 30. September 2015, referiert Dr. Philipp Hauenstein beim Dekanatsfrauenfrühstück zum Thema „Flüchtlinge unter uns - Zu aktuellen Fragen über Flucht und Asyl“. Das Frühstück findet von 9 Uhr bis 11 Uhr Im Gemeindezentrum St. Gumbertus (Beringershof) statt.

Bayreuth: Gemeinsame Eröffnungsfeier

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen lädt am Donnerstag, den 1. Oktober um 17 Uhr zur Eröffnungsfeier in das Stadtparkett. Bei Regen findet die Eröffnungsfeier in der Spitalkirche statt.

Rothenburg: Begegnung

Am „Tag des Flüchtlings“, am 2. Oktober, lädt die evangelische Tagungsstätte Wildbad Rothenburg zur interkulturellen Begegnung ein. Auf dem Programm stehen Theaterstücke und Begegnungen: Die Theatergruppe „Integral“ aus Ansbach spielt eine Szene aus „Alice im Wunderland“, Schelme begegnen sich und lachen an der Tauber, am Tisch der Begegnung findet Gemeinschaft statt und am Abend spielt das Wintersteinsintett Stücke von Django Reinhardt, Jazz, Chansons und traditionelle Lieder der Sintis. Am Samstag, 3. Oktober können Interessierte Kirchen und Moschee besichtigen: Um 10.30 Uhr startet die Kirchenführung in St. Jakob für alle, danach folgt ein gemeinsamer Gang zum Türkisch Islamischen Kulturverein.

Ried und Burgkirchen: Gottesdienste am Tag des Flüchtlings

Am 2. Oktober 2015 finden unter dem Motto "Refugees Welcome" ökumenische Gottesdienste statt, zum Beispiel um 19 Uhr in Ried bei Jettingen im Landkreis Günzburg oder ebenfalls um 19 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche Burgkirchen an der Alz.

Germering: Tag der offenen Kirchen

In ganz unverbindlichem Rahmen eine Kirche von innen besichtigen, Fragen über den Glauben stellen oder einmal an einer christlichen Veranstaltung teilnehmen? Die Kirchen in Germering bei München laden am Donnerstag, den 8. Oktober 2015 zum Tag der offenen Kirchen. Von 17 – 18 Uhr wird die Dietrich-Bonhoeffer-Kirche für alle Interessierten geöffnet sein, von 18 bis 19 Uhr kann die Freie Evangelische Gemeinde besucht werden und um 19 Uhr sind alle Interessierte zum Abendlob nach St. Martin eingeladen.

Miteinander Wege finden

„Das momentan große Engagement zu Gunsten von Flüchtlingen ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Deutschland sich in den letzten 40 Jahren grundlegend verändert hat“, erklärte Gabriele Erpenbeck, Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses (ÖVA) der Interkulturellen Woche. Erpenbeck wies darauf hin, dass der überwiegende Teil der Menschen in Deutschland die Grundwerte lebe, die dieses Land tragen: Einstehen für die Menschenwürde, Offenheit, Demokratie, Respekt und Eintreten für ein friedliches Zusammenleben. Die Impulse, die von der Zivilgesellschaft in Richtung Politik gesendet würden, dürften dort nicht überhört werden, wenn Deutschland auch innerhalb Europas als Modell dafür dienen solle, die Wertegemeinschaft lebendig und für alle Menschen erlebbar zu machen.

Die sogenannten Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter der ersten Generation gelten als größte Einwanderungsgruppe nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Flüchtlinge stehen heute vor den gleichen Problemen: Spracherwerb, medizinische Versorgung, Wohnen und natürlich Zugang zum Arbeitsmarkt, zu Bildung und Ausbildung.

Erpenbeck hierzu: „Abseits der aktuellen und manchmal aufgeregten Debatten müssen wir uns die Frage stellen, wie miteinander Wege gefunden werden können, unsere Gesellschaft für alle lebenswert zu machen. Dabei müssen wir wachsam bleiben gegenüber rassistischen und rechtsradikalen Bewegungen und Aktionen in Deutschland, die die Menschen-würde mit Füßen treten und unsere Gesellschaft bedrohen.“

Die Interkulturelle Woche bietet die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Tausende von Begegnungsveranstaltungen laden dazu ein, die Einwanderungsgesellschaft in all ihren Facetten zu erleben, gute Erfahrungen wie Konfliktlösungen auszutauschen und für eine menschenfreundliche Gesellschaft zu streiten.


28.09.2015 / ELKB / Poep / epd
drucken