Nach drei Wochen Vesperkirche

Ein überwältigender Erfolg

Ein Mittag in der Vesperkirche Schweinfurt: Axel Mölkner-Kappl hat Gastgeber und Gäste mit der Kamera begleitet.

Damit hätten die Organisatorinnen nie gerechnet: Deutlich über 10.000 Gäste besuchten die erste Schweinfurter Vesperkirche in den letzten 22 Tagen. 2016 soll es wieder eine Vesperkirche geben.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg - da sind sich die Kooperationspartner Kirche und Diakonie, Dekan Oliver Bruckmann und Pfarrer Jochen Keßler-Rosa einig. Dafür spricht die unerwartet hohe Zahl an Gästen, die in der St. Johanniskirche von den Gastgeberinnen und Gastgebern begrüßt und bedient wurden.

Viel wichtiger ist den Veranstaltern aber, dass es über alle gesellschaftlichen Grenzen hinweg zu vielen guten und einzigartigen Begegnungen und Gesprächen kam. Unterschiedliche Menschen haben einander getroffen, kennengelernt und miteinander ein Stück Leben geteilt. Bei dem niedrigen Preis von 1,50 € (0,50 € für Kinder)für Essen und Kuchenbuffet, war kein Gast ausgeschlossen.

Darüber hinaus gab es zahlreiche Beratungsgespräche und hilfreiche Gesten. 20 soziale Dienste aus der Region waren präsent, jeden Tag gab es das Angebot der persönlichen Seelsorge und der Sozialberatung.

Stimmen zur Vesperkirche

Jeder darf kommen

"An der Vesperkirche finde ich gut, dass jedermann hinkommen darf"

Unverbindlicher Kontakt

"Mir gefällt die Vesperkirche, weil die verschiedensten Menschen die Möglichkeit haben, ganz unverbindlich in einem angenehmen Umfeld in Kontakt zu kommen." 

Für Menschen aller Religionen

"An der Vesperkirche finde ich gut, dass hier verschiedene Menschen aller Glaubensrichtungen (und auch Nichtgläubige) zwanglos ins Gespräch kommen!"

Große Herzlichkeit

"Gäbe es überall so viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft, würde es vielleicht keine Kriege mehr geben!" 

Wärme mit nach Hause nehmen

"Mir gefällt die Vesperkirche, weil ich mir wünsche, dass die Menschen ganz viel von der Wärme und Freundlichkeit mit nach Hause nehmen und weiterpraktizieren." 

Nicht nur Tischgemeinschaft, sondern auch Information und Kultur wurde in den drei Wochen Vesperkirche groß geschrieben. So berichteten Flüchtlinge von ihren Erlebnissen, von Verfolgung und Heimatlosigkeit. Daneben gab es Benefizkonzerte von Pfarrerinnen und Pfarrern und von einer Inklusionsband "Mosaik".

Großes ehrenamtliches Engagement

Dass das Konzept Vesperkirche "aufgegangen" ist, wie  Keßler-Rosa und Bruckmann resümieren, ist den vielen Ehrenamtlichen zu verdanken, die sich für die Vesperkirche engagiert haben. Über 250 Frauen und Männer haben regelmäßig an dem Projekt mitgearbeitet und waren mit ihrer Freundlichkeit und Herzlichkeit für die gute Atmosphäre maßgeblich verantwortlich. 4.500 Stunden ehrenamtlichen Engagements sind im Laufe der 22 Tage zusammengekommen. Zusätzlich haben 210 Frauen und Männer mit insgesamt über 500 selbstgebackenen Kuchen dazu beigetragen, dass die Gäste täglich auch mit Süßem gut versorgt waren.

Keßler-Rosa und Bruckmann hoffen, dass die noch erforderlichen Spenden zur Finanzierung der Aktion in den nächsten Wochen noch eingehen werden. „Es ist spürbar, wie die Menschen in Schweinfurt hinter der Vesperkirche stehen. Dann tragen sie das Projekt auch finanziell mit“, so Bruckmann.

Nächste Vesperkirche: Anfang 2016

Für 2016 ist wieder eine Vesperkirche geplant. Dann sollen in den kalten Wochen Anfang des Jahres die Türen der Johanneskirche wieder für drei Wochen offen stehen.


09.02.2015 / ELKB