EKD-Ratsvorsitzwahl

Freude über den neuen EKD-Ratsvorsitzenden

Heinrich Bedford-Strohm und Susanne Breit-Keßler

Vertreter der Landeskirche freuen sich über den neuen EKD-Ratsvorsitzenden - hier Susanne Breit-Keßler, die Ständige Vertreterin des Landesbischofs und Münchner Regionalbischöfin mit Bedford-Strohm.

Bild: (c) ELKB / Poep / Christoph Breit

In der bayerischen evangelischen Landeskirche herrscht große Freude über die Wahl von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die Regionalbischöfe der Kirchenkreise begrüßen die Wahl vom Dienstag - auch wenn sie künftig öfters auf "ihren" Bischof verzichten müssen, weil er für die EKD unterwegs sein wird. Die bayerische Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel verbindet mit der Wahl Heinrich Bedford-Strohms die Hoffnung auf notwendige Veränderungen in der Kirche.

Preidel sagte, der Landesbischof sei zugleich ein "fantastischer Prediger und ein hervorragender Wissenschaftler", betonte Preidel, die selbst EKD-Synodale ist, in einer Pressemitteilung nach der Wahl am Dienstag. Bedford-Strohm solle nicht müde werden, sein profundes theologisches und sozialethisches Wissen in die gesellschaftliche Debatte einzubringen, um den Menschen und der Kirche Orientierung zu geben.

"Menschlich, sympathisch, warmherzig"

Die Ständige Vertreterin des bayerischen Landesbischofs, Susanne Breit-Keßler, betonte, es sei eine "große Freude und Ehre" für die bayerischen Landeskirche mit ihren rund 2,5 Millionen Mitgliedern, dass Bedford-Strohm in dieses kirchliche Führungsamt gewählt wurde. Mit ihm habe die EKD einen "menschlich sympathischen und warmherzigen Theologen an der Spitze, der auf der Basis eines frommen, evangelischen Selbstbewusstseins tatkräftig in die Gesellschaft hineinwirkt", sagte die Münchner Regionalbischöfin.

Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern findet, dass "Bedford-Strohm mit seinem Ansatz der öffentlichen Theologie für ein Bild von Kirche steht, das wir brauchen". Sie schätze seine Art, sich in wichtigen gesellschaftlichen Fragen der Gesellschaft zu positionieren, in Fragen der sozialen Gerechtigkeit, in Fragen des Lebens und des Sterbens. "Er hat sein eigenes Standing, ist mutig und äußert sich auch mal konträr", sagte sie dem epd: "Seine Art ist es, sich biblisch fundiert zu Wort zu melden. Immer ist der Theologe und Geistliche erkennbar."

"Eine große Ehre für unsere Landeskirche"

Die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski sagte, sie freue sich über die Wahl von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, "auch wenn wir in Bayern damit wohl öfter auf ihn verzichten müssen". Er werde die reformatorische Theologie "profiliert und klar einbringen", seine öffentliche Theologie werde die Gesellschaft bereichern. Der 54-Jährge werde "durch seine Ausstrahlung und seine herzliche Art der Kirche ein 'freundliches Gesicht' geben und viele Menschen ansprechen können", ist die evangelische Theologin überzeugt.

Der Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss sagte, es sei "eine große Ehre für unsere Landeskirche, dass zum ersten Mal seit 1967 ein bayerischer Landesbischof dieses Amt übernimmt". Es sei gut, dass der "bayerische, ausgleichende, vermittelnde Ton in diesem Amt deutlich werden kann", sagte Weiss auf epd-Anfrage: "Ich finde, dass er einen wichtigen geistlichen und politischen Dienst tut."

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Bayreuths Regionalbischöfin Dorothea Greiner sagte, Bedford-Strohm bringe für sein neues Amt hervorragende Gaben mit. "Es gibt nur ganz wenige Menschen, die solch ein herausragendes Kommunikationstalent haben", sagte sie. Er bringe Anliegen auf den Punkt und könne doch dabei abwägen. "Seine ethischen Standpunkte sind nicht nur theologisch hoch reflektiert - er kann sie auch verständlich nahebringen. Das braucht unsere Zeit", sagte Greiner. Mit ihm werde die EKD eine Stimme haben, "die wirklich etwas zu sagen hat und gehört werden wird".

"Profunde Äußerungen zu sozialethischen Fragen"

Auch der Augsburger Regionalbischof Michael Grabow zeigte sich erfreut über Bedford-Strohms Wahl zum EKD-Ratsvorsitzenden. "Mit ihm steht erneut ein profilierter Theologe an der Spitze des deutschen Protestantismus, der schon bisher federführend Stellungnahmen und Positionen der EKD zu wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit mitformuliert hat und sich profund und differenziert zu sozialethischen und gesellschaftspolitischen Fragen äußert". Dass mit ihm nach langer Zeit wieder ein bayerischer Lutheraner gewählt worden sei, "begrüße ich natürlich besonders", betonte Grabow auf epd-Anfrage.