"Runder Tisch der Religionen"

"Gewalt im Namen Gottes ist Gotteslästerung"

Runder Tisch der Religionen

Vertreter des "Runden Tisches der Religionen" bei der Spendenübergabe vor dem Augsburger Rathaus (von links): Prof. Elisabeth Naurath (Friedenspädagogisches Zentrum), Orhan Aykac (Alevitische Gemeinde), Kulturreferent der Stadt Augsburg Thomas Weitzel, Ge

Bild: (c) Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg

Mehr als 30 000 Euro für die Opfer des IS-Terrors hat der „Runde Tisch der Religionen“ in Augsburg gesammelt. Der Spendenaufruf stand unter dem Titel „Gewalt im Namen Gottes ist Gotteslästerung“.

Religion soll stets zum Frieden anstiften, niemals soll sie Gewalt gegen Andersgläubige rechtfertigen: diesem Leitgedanken ein Zeichen zu setzen stand im Mittelpunkt der jüngsten Spendenaktion des „Runden Tisches der Religionen“ in Augsburg.

„Wir, Juden, Christen, Muslime, Aleviten und Buddhisten aus Augsburg, müssen mit Abscheu und Entsetzen mit ansehen, wie in Syrien und im Irak und auch an anderen Orten unserer Welt Menschen im Namen der Religion verfolgt, gefoltert und getötet werden“, so die Vertreterinnen und Vertreter des Runden Tisches der Religionen. „Wir sind gemeinsam der Überzeugung: Gewalt im Namen Gottes ist nichts anderes als Gotteslästerung.“

Spenden für Hilfsorganisation "Roter Halbmond"

Um ihre Solidarität mit den Opfern religiöser Gewalt in Syrien und im Irak auszudrücken haben die Religionsvertreter ihre Spendenaktion unter der Schirmherrschaft des Augsburger Oberbürgermeisters Kurt Gribl initiiert und einen stattlichen Betrag in Höhe von mehr als 30 000 Euro zustande bekommen.

Die Übergabe der eingegangenen Spenden sowie die Bekanntgabe der Spendensumme statt erfolgte unlängst: Stadtdekanin Susanne Kasch übergab als Vertreterin des Runden Tisches der Religionen einen Scheck in Höhe von 30.938,60 Euro an den Augsburger OB Gribl. Die Stadt Augsburg überweist das Geld an die Hilfsorganisation Roter Halbmond, die an der Grenze zu Syrien und Irak Flüchtlinge betreut.

Täglicher Bilderflut nicht mit Routine begegnen

In seiner Rede betonte der Oberbürgermeister, dies sei eine Botschaft an die Stadtgesellschaft, sich von den vordergründig religiösen Konflikten, deren Auswirkungen bis nach Augsburg reichten, nicht infizieren zu lassen. "Die tagtägliche Bilderflut über die nicht nachlassenden Miseren der Flüchtlinge in den Auffanglagern darf nicht zur ,Routine‘ werden, die uns nichts mehr angeht."


15.12.2014 / Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg
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