Nach den Anschlägen von Paris

Angst und Hass sind "Saat der Terroristen"

Toepen St. Martin nach Renovierung, Altarraum

Zur 300-Jahr-Feier strahlt die St. Martinskirche in Töpen in vollem Glanz. Die Feier war überschattet von den Anschlägen in Paris.

Bild: Kirchengemeinde Töpen

Die Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner hat vor Parolen gewarnt, die nach den Terroranschlägen von Paris eine Schließung der Grenzen für Flüchtlinge fordern.

"Paris unter Schock – kann uns da die Festfreude in Töpen überhaupt gelingen?
Wir trauern mit Frankreich. Den Opfern und den Hinterbliebenen und auch den Bürgern und Bürgerinnen des ganzen Landes gilt unser Mitgefühl", so leitete Regionalbischöfin Dorothea Greiner am vergangenen Sonntag ihre Predigt zur 300-Jahr-Feier der St. Martinskirche in Töpen im Landkreis Hof ein.

Die Pariser Terroristen hätten "zutiefst gottlos" gehandelt, indem sie die Anrufung Gottes mit dem Töten verbunden hätten, sagte die Regionalbischöfin. "Sie wollen Angst und Hass säen und werden darin bei vielen mit ihrer Gottlosigkeit siegen." Die Bayreuther Regionalbischöfin warnte vor Parolen, die nach den Terroranschlägen von Paris eine Schließung der Grenzen für Flüchtlinge fordern. Solche Ängste seien "die Saat der Terroristen", sagte die Theologin.

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die sich auch zu den Pariser Attentaten bekannt habe, sei für viele Menschen der Auslöser für die Flucht aus ihrer Heimat, so Greiner laut Predigtmanuskript. "Wie sollten wir denen, die vor diesem Terror fliehen, die Tür vor der Nase schließen?" Grenzzäune seien für Terroristen kein Hindernis: "Selbst wenn wir die Grenzen noch so dicht machen würden, fänden diese Hassgesteuerten immer einen Weg."

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Angesichts der gewaltigen Herausforderungen in der Flüchtlingskrise bräuchten auch die Politiker Gottvertrauen, "damit sie Distanz haben, zu dem, was sie unmittelbar sehen, damit sie die Ruhe im Bauch bewahren, parteipolitisches Gezänk lassen und gemeinsam weise Schritte gehen". Die Regionalbischöfin rief auch zum Gebet für die politischen Verantwortungsträger auf: "Sie brauchen nicht irgendwelche besserwisserischen Schuldzuweisungen, sondern wirklich unser Gebet - und aus dem Gebet heraus eine überlegte Kritik."

Regionalbischöfin Greiner sprach in Töpen am vergangenen Sonntag anlässlich der 300-Jahr-Feier der Pfarrkirche St. Martin. Der Sakralbau wurde am Sonntag nach umfassender Sanierung wieder eingeweiht. Greiner: "Lieblich ist wohl tatsächlich der passende Ausdruck für die wunderschöne St. Martinskirche, die nun in neuem Glanz erstrahlt." Am Schluss der Predigt machte die Regionalbischöfin Mut zum Vertrauen auf Gott: "Ja, wir haben mitten in Sorgen und Ängsten doch Vertrauen, dass Gott unser Schild und Schutz ist. Ja wir haben Hoffnung, dass Jesu Liebe jeden Hass besiegen kann. Wie lieblich ist diese Kirche – trotz allem - allem trotzend - aus Freude, Vertrauen und Hoffnung auf Gott mitten in der Welt", schloss Greiner.


16.11.2015 / epd/ELKB