Themenjahr Reformation. Bild und Bibel

SpielRaum Reformation

"Spielraum" für neue Blickrichtungen, für Inspiration, für Begegnung, Licht- und Klanginstallationen. Ein Beitrag von Axel Mölkner-Kappl.

Mit viel Freiraum präsentiert sich die Lorenzkirche im Rahmen der Lutherdekade 2015 unter dem Titel „SpielRaum Reformation“. Von 22. April bis Ende Juni sind die Bänke aus der Kirche entfernt.

Die Lorenzkirche ist ausgeräumt. Eine leere Lorenzkirche – dazu noch Kirchenbänke aus der Lorenzkirche, die um die Kirche herum in der Fußgängerzone stehen. Im „SpielRaum Reformation“ präsentiert sich die Lorenzkirche vom 22. April bis Ende Juni als ein Freiraum ohne starre Kirchenbänke. Damit soll die Ur-Erfahrung des leeren Raumes erlebbar werden, wie in vorreformatorischen Zeiten. Situativ gestellte Stühle laden dabei immer wieder zum Perspektivenwechsel ein.

„Nachdem die Entscheidung getroffen war, die Bänke für die Zeit von Ende April bis Ende Juni aus der Kirche zu entfernen, entstand plötzlich viel Platz für ungeahnte Kreativität, um in der Kirche Neues zu denken, auszuprobieren, Blickrichtungen zu verändern und bisher nicht Gesehenes zum Vorschein kommen zu lassen“, erläuterte Pfarrerin Claudia Voigt-Grabenstein die Idee. „SpielRaum Reformation möchte in das, für manche recht starre Kirchen-Bild ein Stück Leichtigkeit und Lebensfreude hineinbringen, Freiheit und viel Raum zum Atmen und Entdecken“, so die erste Pfarrerin der Lorenzkirche.

Zitat

Freiräumen ist nicht nur die Voraussetzung alles neu zu machen; freiräumen
bietet auch die Chance zum Aufräumen. Und Aufräumen räumt den Weg frei zu
dem, was bleiben soll!

Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern und Regionalbischof Dr. Stefan Ark Nitsche

Ein kleiner Teil der Kirchenbänke wird um die Lorenzkirche verteilt und gestaltet. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Innen und Außen, zwischen dem, was sich normalerweise in der Kirche abspielt und dem, was draußen auf den Plätzen der Stadt gespielt wird.

Ein Spielraum ist der leere Kirchenraum auch deshalb, weil im Aktionszeitraum mit vielen Ideen gespielt wird: So soll eine Video-Klang-Installation die Menschen der Gegenwart auf Augenhöhe mit den Heiligen und Stiftern der Vergangenheit bringen. Ein Lichtobjekt tritt in Korrespondenz mit der Rosette. Eine Jukebox spielt verschiedene Klänge mit Bezügen zur Bibel und zur Reformation. Über ein modernes Display-Pult mit Touchscreen kehrt eine digitale Version des Gänsebuches zurück in die Lorenzkirche.

Begleitend zum „SpielRaum Reformation“ in St. Lorenz stehen an den Sonntagen die Themen des kleinen Katechismus von Martin Luther jeweils als Predigtthemen im Mittelpunkt.

Die Kirchengemeinde und die Kirchenmusik an St. Lorenz sowie die Internationale Orgelwoche nutzen diesen Spielraum für die unterschiedlichsten Veranstaltungen.


28.05.2015 / Dr. Ekkehard Wohlleben/ELKB
drucken