Sieger-Köder-Ausstellung in Freising

Ein Prediger der Farben

Das Bild zeigt eine Frau, die die Sieger-Köder-Ausstellung in Freising besichtigt

Bunt und farbenfoh sind viele BIlder des kürzlich verstorbenen Malers Sieger Köder, die in der Kirchengemeinde Freising noch bis zum 8. März zu sehen sind.

Bild: ELKB

Welche Bilder findet Glaube heute? Noch bis 8. März zeigt die Gemeinde Freising Werke des bekannten Malers Sieger Köder. Der Künstler selbst kann der Ausstellung nicht beiwohnen: Er starb am 9. Februar.

Als Gerhard Gaugler zur Eröffnung der Ausstellung in der Christi-Himmelfahrts-Kirche in Freising ins Werk seines langjährigen Freunds Sieger Köder einführte, bekamen seine Worte ungeplante Aktualität. Denn der berühmte christliche Maler ist am 9. Februar im Alter von 90 Jahren im württembergischen Ellwangen gestorben. Das Dekanat Freising zeigt seine Bilder natürlich trotzdem - inklusive umfangreichem Begleitprogramm.

Zitat

Ich bin Schwabe, ich bin Pfarrer, ich male Bilder."

Sieger Köder, 1925-2015

"Sieger Köder hat sich mit seinen vielseitigen Werken einen internationalen Ruf erarbeitet und zählt zu den bekanntesten christlichen Malern unserer Zeit", erklärt der Freisinger Dekan Jochen Hauer. Von sich selbst habe er gesagt: "Ich bin Schwabe, ich bin Pfarrer, ich male Bilder." Mit seinen ausdrucksstarken, kontrastreichen Bildern in leuchtenden Farben wollte er predigen. Köder habe sich als "kleinen Propheten" gesehen, der "halt nicht sprechen, sondern malen kann", so Hauer.

Köders Begeisterung für die Malerei entstand bereits in seiner Kindheit, als er in seiner Heimatkirche Bilder des Nazarenerkreuzwegs sah. "Sie beeindruckten ihn so, dass er sie mit Stiften und Papier abmalte", beschreibt das Sieger Köder Zentrum in Rosenberg die künstlerischen Anfänge Köders. In der Gemeinde bei Schwäbisch Hall hat Köder, der Kunst, Anglistik und katholische Theologie studierte, 20 Jahre als Pfarrer gearbeitet.

Europaweit bekannt

Köders Werke trifft man in Paris, bei Rom, auf dem fränkisch-schwäbischen Jakobsweg, oder auf dem Jesuitenfriedhof in Pullach bei München. Bis 8. März können sich nun auch die Freisinger ein Bild von der Theologie des Malerpfarrers machen. Die Ausstellung präsentiert über 20 Exponate, darunter Drucke, ein Altarmodell, Bronzegüsse, Fotografien und Köders "Tübinger Bibel".

Das Bild zeigt Exponate im Altarraum der Freisinger Christi-Himmelfahrts-Kirche

Bild: ELKB

"Gleich ob aus Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus oder Moderne: Immer ist es faszinierend, wie Künstler die Texte der Bibel umgesetzt haben", findet Dekan Hauer. Er lädt dazu ein, bei der Köder-Ausstellung selbst herauszufinden, wie der Malerpriester, der 1985 von Papst Johannes Paul II. den Ehrentitel Monsignore erhielt und das Bundesverdienstkreuz trägt, vorging, um Glaube nicht nur zu verbalisieren, sondern in zeitgenössischen Bildern umzusetzen.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung, zu dem auch eine Einführung in Leben und Werk des Malers und ein Workshop zum Thema "Biblische Tänze" gehörten, ist bereits im vollen Gange. Noch besuchen kann man einen Vortrag darüber, wie Bilder das Weltverständnis beeinflussen, sowie einen Gottesdienst zu Köders Werken.


01.03.2015 / Brigitte Vordermayer, epd