Ökumenische Feier

Donausegnung wird Friedensfest

Pfarrer und Bischöfe

Ökumenisch vereint: Die Donausegnung wurde zum Friedensfest für die Konfessionen.

Bild: (c) Bistum Regensburg

Als Zeichen gegen Terror und Gewalt haben rund 400 Menschen in Regensburg am Sonntag friedlich vereint an einer ökumenischen Segnungsfeier für die Donau teilgenommen.

Der Regierungspräsident der Oberpfalz, Axel Bartelt, wertete die religiöse Zusammenkunft als wichtiges gesellschaftliches Symbol. Die Feier zeige, "dass Menschen verschiedener Konfessionen friedlich zusammenleben können, aufeinander hören, voneinander lernen und sich gegenseitig wertschätzen", sagte er. Die Teilnehmer machten damit deutlich, dass sie sich Grundrechte wie Religionsfreiheit und Pressefreiheit nicht wegnehmen lassen wollten "von einigen wenigen, die nur Terror verbreiten wollen."

Katholische, evangelische und griechisch-orthodoxe Christen hatten sich zuvor zu einer Vesper im Regensburger Dom versammelt und dabei auch für den Frieden in der Welt gebetet. "Wir trauern um die Terroropfer von Paris, wir beten für sie und wir distanzieren uns von jeder Form von Gewalt im Namen Gottes und der Religion", sagte der katholische Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt.

"Hass und Gewalt nicht weiter schüren"

Als positive Antwort auf die Sorge um eine vermeintliche "Islamisierung des Abendlandes" rief er zu einer Neu-Evangelisierung auf. Das Abendland sei auf dem Fundament des Christentums aufgebaut, und auch bei aller Säkularisierung verdanke die westliche Zivilisation ihre wichtigsten Werte der biblisch-christlichen Botschaft. Dazu zählten Freiheit, Nächstenliebe und Bildung im Sinne der Herzens- und Geistesbildung, betonte Voderholzer.

Der evangelische Regionalbischof Hans-Martin Weiss, der in der Vesper mitgewirkt hatte, rief Gesellschaft und Staat dazu auf, entschieden gegen Gewalt und Terror vorzugehen. "Wir dürfen Hass und Gewalt nicht weiter schüren," betonte er und mahnte zugleich, die Mittel der Rechtsstaatlichkeit einzusetzen.

Die Flusssegnung hat in der orthodoxen Kirche eine lange Tradition. Damit wird an die Taufe Jesu im Jordan erinnert, zugleich aber auch an die Bedeutung des Wassers als Lebenselement. Weitere Segnungsfeiern fanden in Niederbayern in Niederalteich und im Landkreis Passau statt.


12.01.2015 / epd
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