Segensfeier für Schwangere in Weiden

Schon im Mutterleib gesegnet

Seelsorger, Hebammen und Elternpaare bei einem Segnungsgottesdienst.

Schon seit acht Jahren werden im Weidener Klinikum Segensfeiern für werdende Eltern angeboten.

Bild: Dachauer

 Dass ihr Kind von Anfang an gesegnet ist, das wünschen sich werdende Eltern für ihr Baby. Aus diesem Grund bietet die Klinikseelsorge in Weiden Segensfeiern in der Schwangerschaft an.

Die werdende Mutter ist bewegt. Noch trägt sie das erste Kind im Bauch, da meint sie schon: "Der Gottesdienst hat mich so berührt, das möchte ich bei einer zweiten Schwangerschaft noch einmal erleben."

Solche und ähnliche Aussagen hören Prädikantin Sabine Dachauer und ihr katholischer Kollege Helmut Brandl häufiger nach ihren Segensfeiern in der Schwangerschaft. Seit neun Jahren bieten die Seelsorger im Klinikum Weiden ( Kliniken Nordoberpfalz AG ) in ökumenischer Gemeinschaft dreimal jährlich zusammen mit Hebammen, Schwestern und einem Gynäkologen der Klinik diese besonderen Gottesdienste an. Die werdenden Eltern nehmen die Einladung gern an: Mütter, Väter, manchmal auch Geschwisterkinder oder werdende Großeltern kommen in die Klinikkapelle, um sich als Familie zusammen mit dem noch ungeborenen Kind segnen zu lassen - ein bewegender Moment für alle.

Zitat

„Gott der Herr segne euch und euer Kind und behüte es. Er sei mit euch auf euren Lebenswegen. Er begleite Euch bei der Geburt und lasse das Kind in Glück und Frieden heranwachsen“.

Segenswort aus der Segensfeier

Auch heute sind wieder 25 Menschen in den Gottesdienst gekommen: elf schwangere junge Frauen, zum Teil mit Partnern, ein Kind, eine Oma, Klinikangehörige. Alle sind beteiligt: Der katholische Geistliche begrüßt neben den Erwachsenen auch die ungeborenen Kinder und spricht sie direkt an. Hebammen haben eine Meditation vorbereitet zu Herztönen von Kindern im Mutterleib. Sabine Dachauer spricht eine kurze Betrachtung zum Psalm 8 und einem Bild der Künstlers Sieger Köder. Dann kommt der wichtigste Teil: Jeweils einzeln tritt eine werdende Mutter mit ihrer Familie oder allein vor, ihr wird eine Kerze überreicht und der Segen Gottes zugesprochen.

"Wir haben darauf verzichtet, beim Segnen die Hand auf den Bauch zu legen", berichtet Sabine Dachauer. Das sei eine Frage der nötigen Distanz. Zudem werden ja Mutter und Kind oder gar die ganze Familie gesegnet. Hebammen haben ihr berichtet, dass manche Mutter, wenn es zur Geburt kommt, die Kerze mit in den Kreißsaal bringt. Das Licht und die Erinnerung an den empfangenen Segen müssen mit dabei sein.

Jedes Neugeborene zeugt von Gottes Liebe

Ein kleiner Mensch, Bub oder Mädchen, ist Schöpfung Gottes und Wunder des Lebens - davon ist Sabine Dachauer überzeugt. Darum zitiert sie auch gern den bengalischen Dichter Rabindranath Tagore: "Jedes neugeborene Kind bringt die Botschaft, dass Gott sein Vertrauen in die Menschheit noch nicht verloren hat." Davon möchte sie den jungen Eltern etwas mitgeben.

"Es ist immer wieder schön zu spüren, dass Eltern, gerade wenn sie ein Kind erwarten, sehr ansprechbar sind auf spirituelle Begleitung in dieser ganz besonderen Lebenssituation," freut sich Sabine Dachauer. Was aber, wenn die Schwangerschaft nicht glücklich verläuft? "Das hat uns lang beschäftigt", erzählt die Seelsorgerin. Dass Segen "keine Garantiekarte" ist, wird nun in jedem Gottesdienst angesprochen.

Im Frühling, Sommer und Hebst finden die Gottesdienste statt, der nächste am 17. Oktober. Zuvor werden die beiden Klinikseelsorger in guter ökumenischer Tradition wieder bei den Kreißsaalführungen für die Segensfeier werben und die beteiligten Hebammen bei ihrer Schwangerschaftsvorbereitung davon erzählen. Oft fragen aber auch werdende Mütter gezielt nach dem nächsten Termin. Denn wer einmal eine solche Segnung erlebt hat, der möchte sie auch für sein zweites oder drittes Kind nicht missen.

Zur Person

Sabine Dachauer , Bild: © privat

Sabine Dachauer

ist Prädikantin und evangelische Klinikseelsorgerin am Klinikum Weiden ( Kliniken Nordoberpfalz AG ).  


12.10.2016 / ELKB