Wettbewerb "Weihnachten und Politk"

Schülerinnen gestalten Weihnachtskarten

Das Bild zeigt die Preisträgerinnen mit Eckhardt Landsberger, Oberkirchenrat Detlev Bierbaum und Roland Deinzer.

Die Preisträgerinnen (v.l.) Jennifer Groß, Clara Wilhelm, Isabell Zehnder, Kim McMahon mit (2. Reihe v.l.) Eckhard Landsberger (Pädagogischer Direktor, Abt. D) Oberkirchenrat Detlev Bierbaum, Roland Deinzer (Leiter Gymnasialpädagogische Materialstelle)

Bild: ELKB

Zwei Flüchtlinge in einem Boot, in der Mitte ein Kind: Die Weihnachtskarte, die die Abteilung von Oberkirchenrat Bierbaum in diesem Jahr verschickt, ist sehr aktuell - und von einer Schülerin gemalt.

Die 14jährige Isabell Zehnder aus der ehemaligen 8. Klasse der Nürnberger Wilhelm-Löhe-Schule hat das Weihnachtsgeschehen in die Situation der Asylsuchenden unserer Tage versetzt. "Die Flüchtlingsdramen erschüttern die ganze Welt", so die Schülerin, "und die Zahl der Menschen, die auf gefährlichem Weg mit ungewissem Ziel aus Gründen von Verfolgung, oft auch aus religiösen Gründen aus ihren Heimatländern flüchten, steigt stetig." Maria und Josef hätten seien zwar in Bethlehem nicht auf der Flucht gewesen. "Aber dennoch suchten sie nach einer Herberge, um dem neuen Leben, Jesus, eine Chance zu geben."

Entstanden ist das Bild im Rahmen des Wettbewerbs "Weihnachten und Politik", zu dem die Abteilung "Gesellschaftsbezogene Dienste" in Zusammenarbeit mit der Gymnasialpädagogischen Materialstelle aufgerufen hatte. Schülerinnen und Schüler wurden dazu aufgefordert, eine Weihnachtskarte zu entwerfen, in der die Weihnachtsbotschaft mit dem aktuellen politischen Ereignissen in Verbindung gebracht werden sollte. Dabei sollte eine theologische Aussage erkennbar werden, die den Betrachter der Karte zum Nachdenken herausfordert.

Intensive und ernsthafte Beschäftigung mit gesellschaftlichen Themen

Für Oberkirchenrat Detlev Bierbaum ist dies glänzend gelungen. Die Schülerinnen und Schüler hätten gezeigt, wie intensiv und ernsthaft sie sich mit brandaktuellen Themen unserer Gesellschaft auseinandersetzten, lobte Bierbaum bei der Preisverleihung im Landeskirchenamt - "mehr als uns das als Eltern und Lehrkräften oft bewusst ist. Mit Ihren Motiven und den Begleittexten haben Sie unseren Blick geschärft, uns Menschen und ihre Schicksale nahegebracht.“

Insgesamt zwölf Einsendungen mit insgesamt 70 Kartenmotiven habe es gegeben, berichtet der Pädagogische Direktor der Abteilung D, Eckhardt Landsberger, der das Projekt zusammen mit der Gymnasialpädagogischen Materialstelle initiiert hat. Darunter seien sowohl Einzelteilnehmer als auch Einsendungen ganzer Religionsklassen gewesen. Ihn habe besonders beeindruckt "wie die Schüler sich in aktuelle Themen hineingedacht haben und dies auch bildlich darstellen konnten." Am häufigsten sei das Flüchtlingsmotiv gewählt worden.

Weihnachtseisbär in Gefahr

Ganz anders ist die 16jährige Kim MacMahon aus Pullach das Thema angegangen. Sie hatte sich spontan entschieden, allein einen Beitrag zu gestalten. Ihr Weihnachtseisbär, für den sie den zweiten Preis in Höhe von 300 Euro erhielt, ist nicht niedlich, sondern höchst gefährdet. Drastisch signalisiere er, "dass wir bis zur Überlastung Raubbau an unserem Planeten betreiben, und es daher nicht mehr mit kleinen Korrekturen getan ist", würdigte Bierbaum. "Mit ihrer Darstellung des traurig blickenden, um seinen Lebensraum bangenden Eisbären haben sie das bemerkenswert klar und ansprechend dargestellt."

Der dritte Preis  in Höhe von 200 Euro ging an Jennifer Groß, Clara Wilhelm und Kira Marie Klein (10. Klasse der Stiftsschule St. Johannes. Amöneburg) für ihr Bild „Maria im Genlabor“, in dem sie sich mit der schwierigen Frage der Präimplantationsdiagnostik auseinandersetzen. Bierbaum: "Sie haben sich mit dieser Thematik einer hochaktuellen politisch-ethischen Fragestellung angenommen und es ist Ihnen geglückt, in einer sehr nachdenklich stimmenden Weise darauf aufmerksam zu machen, dass Jesus vielleicht nie geboren worden wäre, wenn es PID schon damals gegeben hätte."

Preisgeld zur Hälfte gespendet

Dass sich Schülerinnen und Schüler nicht nur mit aktuellen Themen auseinandersetzen, sondern auch etwas tun wollen, zeigt die Verwendung des ersten Preises. So hat die Klasse von Isabell Zehnder entschieden, dass das Preisgeld von 500 Euro zu gleichen Teilen an die Künstlerin und an die Flüchtlingshilfe gehen soll.

 


19.12.2014 / Anne Lüters