Diakonie Rummelsberg

Rummelsberger wollen nicht mehr "eigene Welt" sein

Rummelsberg Diakonie Besucherzentrum

Der neue Masterplan "Wohnen" will lebendiges Miteinander fördern. Die Rummelsberger arbeiten an der intensiven Verflechtung von Diakonie und dem Ort, hier bei der Einweihung des neuen Besucherzentrums im April 2015.

Bild: Diakonie Rummelsberg

Diakonie plant Wohnraum für Hunderte von Menschen. Rummelsberg will ein normaler lebendiger Ortsteil der Marktgemeinde Schwarzenbruck im Landkreis Nürnberger Land werden.

Mit einem Masterplan "Wohnen Rummelsberg" will der Ort Rummelsberg im Ballungszentrum Nürnberg in den kommenden Jahren Wohnraum entwickeln. Familien, Flüchtlinge, Menschen mit Behinderung und Senioren könnten in neuen Wohnungen und Einfamilienhäuser unterkommen. Rummelsberg mit heute 600 Einwohnern könnte zu einem Ort mit etwa 1.500 Bürgern werden, kündigte der Rektor der Rummelsberger Diakonie, Günter Breitenbach, gegenüber dem Evangelischen Pressedienst an.

"Wir waren seit jeher ein Ortsteil von Schwarzenbruck, sind aber als Anstaltsgebiet eine eigene Welt gewesen", blickte der Rektor zurück. Diese Zeiten sollen vorbei sein. Man wolle "Teil des Gemeinwesens werden" und "sich intensiv verflechten". Dies sei gut für die Bewohner der Einrichtungen, damit sie nicht in Sonderwelten lebten. Auch die Mitarbeiter der Diakonie könnten von einer solchen Entwicklung profitieren, so Breitenbach.

Die Diakonie plant im unteren Dorfgebiet gemischte Wohnanlagen zu bauen. Der oberhalb gelegene Kern des Ortes mit der Philippuskirche und Hauptverwaltung soll bleiben wie er ist. Gegen Vorwürfe, die Rummelsberger würden für ihre Wohnbaupläne natürliches Areal opfern, verteidigt sich Breitenbach: "Wir sind weit und breit das ökologischste Dorf und das wird so bleiben". Es könne aber nicht angehen, dass überall die Gemeinden ihre Gebiete "zuknallen, und von uns erwarten, dass wir ökologische Ausgleichsfläche sind".

 

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Manche Projekte können sofort begonnen werden, weil für die Gebiete schon Bebauungspläne vorliegen, erklärte Breitenbach. Bereits in Gang ist der Umbau des ehemaligen Feierabendhauses, in dem die Rummelsberger preisgünstige Wohnungen schaffen. Hier sollen aus den ehemals 85 Zimmern Wohneinheiten für Mitarbeiter der diakonischen Betriebe, für Flüchtlinge aber auch Senioren entstehen. Für andere Vorhaben wird eine Änderung des Flächennutzungsplan nötig. Einem entsprechenden Antrag haben die Gemeinderäte der Gemeinde Schwarzenbruck jüngst zugestimmt.

In dem Verfahren würden nun die Träger öffentlicher Belange, wie Naturschützer, gehört und die Versorgung des Ortes mit Strom oder die Kapazität der Kläranlage überprüft, so der Schwarzenbrucker Bürgermeister Bernd Ernstberger. Er sieht eine Stärkung seiner Gemeinde mit Wohlwollen. Neubürger in Rummelsberg hätten die Vorteile S-Bahn-Anbindung und bereits vorhandene Einkaufsmöglichkeiten, preist er bereits die Lage an.

Es bestehe in der Gemeinde ein großer Bedarf an Wohnungen auch für Senioren mit kleinen Renten oder Familien, so der Bürgermeister. Rektor Breitenbach weist allerdings darauf hin, dass Rummelsberg nicht allein ein Ort "für alle sozialen Herausforderungen" werden wolle, während sich das gutbürgerliche Milieu an anderer Stelle befinde. "Die sozialen Fragen sind an die gesamte Gesellschaft zu stellen", erklärte er.

Die Rummelsberger Diakonie in Rummelsberg bei Nürnberg ist einer der großen diakonischen Träger in Deutschland. In etwa 200 Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge, Senioren und Menschen mit Behinderung in Bayern sind mehr als 5.400 Mitarbeiter beschäftigt. Seit 110 Jahren ist der Sitz in Rummelsberg.


22.02.2016 / epd