Reformationsdekade - Themenjahr 2016

„Reformation ist eine Weltbürgerin“

Plakat Luther 2017

Das Plakat Luther 2017 wirbt für das Reformationsubiläum.

Bild: Luther2017

Am diesjährigen Reformationstag, 31. Oktober 2015, startet das neue Themenjahr der Lutherdekade „Reformation und Eine Welt“. Gedanken von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zum Thema.

Die Reformation ist eine Weltbürgerin. Es kann auch gar nicht anders sein. Denn Martin Luther und allen anderen Reformatoren ist es immer darum gegangen, neu auf Jesus Christus hinzuweisen. Deswegen lag in der Ziellinie ihrer reformatorischen Impulse auch nicht, eine neue Kirche zu gründen. Es ging ihnen immer um die eine, heilige katholische (also universale) und apostolische Kirche. Was für den ökumenischen Horizont gilt, gilt genauso für den geographischen und kulturellen Horizont. Die Pflege von Provinzkirchentümern ist dadurch ausgeschlossen. Lokale kirchliche Kontexte sind immer bezogen auf die eine Kirche in der Einen Welt.

Die Eine Welt ist deswegen der Bezugspunkt für die geistlichen Impulse, die das Reformationsjubiläum zu setzen hat. Und genauso ist sie der Bezugspunkt für die ethischen Impulse. Denn die Eine Weit ist gefährdet - durch im wahrsten Sinne des Wortes „himmel"schreiende Ungerechtigkeit, durch Krieg und Gewalt und durch ein wirtschaftliches Handeln, das die Natur immer weiter zerstört.

Mehr zum Thema

Auf diese Eine Welt richtet sich die Aufmerksamkeit des letzten Dekade-Jahres vor dem Reformationsjubiläum 2017 mit dem 'Thema: „Reformation und die Eine Welt". Was wir heute im Rückblick als „Reformation" bezeichnen und manchmal etwas vereinfacht allein mit den Ereignissen vor 500 Jahren in Wittenberg in Verbindung bringen, hat eine globale Wirkung erzielt. Über 400 Millionen Menschen weltweit verbinden ihre geistig-religiöse Existenz mit dem reformatorischen Geschehen, das nicht nur von Wittenberg, sondern auch von anderen europäischen Stadien und Regionen ausging.

In diesem Jahr wollen wir uns mit den bis heute andauernden vielfältigen weltweiten Wirkungen dieser Reformation beschäftigen. Viele Themen sind im Magazin zum Themenjahr 2016, das von der EKD herausgegeben wird, aufgegriffen. Es informiert nicht nur über die Vielfalt reformatorischer Kirchen in der Welt und die damit verbundenen Herausforderungen, es rückt auch die gemeinsamen Aufgaben in den Fokus. Eine dieser Aufgaben ist die Aufmerksamkeit für die globale Dimension des Klimawandels. Er zerstört Lebensräume dieser Erde, nimmt Menschen ihre Welt. Ein gemeinsamer Einsatz für solche Schritte, die zu Klimagerechtigkeit in dieser Welt führen können, ist dringend geboten. Reformatorische Kirchen beteiligen sich an diesen Schritten - zusammen mit anderen Kirchen dieser Welt -, indem sie dem Aufruf zur Klimagerechtigkeit der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Busan folgen.

500 Jahre Reformation - 175 Jahre Mission in Bayern

Titelseite Veranstaltungprogramm Themenjahr 2016 Mission EineWelt,© MEW
Zum Themenjahr 2016 Reformation und Eine Welt hat das Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der ELKB ein Jahresprogrammheft heraus gegeben.

Jahresprogrammheft als PDF

„Reformation und die Eine Welt" ist also nicht nur deshalb ein Thema der Reformationsdekade, weil die Reformationsereignisse vor 500 Jahren und ihre Wirkungen als „Weltereignis" betrachtet werden können; „Reformation und die Eine Welt" lenkt den Blick auf die heutige „Reformationsbedürftigkeit" unseres Handelns, unseres Verhaltens in der Welt. Das Hören auf das Evangelium des Alten und Neuen Testaments - Voraussetzung für „Reformation" - führt zu einer Überprüfung des eigenen Handelns. Auch in dieser Hinsicht ist die Reformation kein abgeschlossenes Ereignis, sondern eine bleibende Aufgabe.

 

Zur Person

Heinrich Bedford-Strohm, Bild: © (c) ELKB / Poep

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ist Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Vorsitzender des Rates der EKD. Der Text ist entnommen aus dem Vorwort des "Magazins zum Themenjahr 2016", das von der EKD herausgegeben wurde.


29.10.2015 / ELKB