Osterpredigten zum Herunterladen

Das Leben siegt

Sonne über einer Frühlingswiese

Mit Tagesanbruch

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Ostern bedeutet Hoffnung, Freude und Leben - aller Dunkelheit zum Trotz: Diese ermutigende Botschaft stand im Zentrum der Predigten bayerischer Kirchenvertreter und -vertreterinnen am Ostersonntag.

„Überseht die Zeichen der Hoffnung nicht!“ forderte Landesbischof Heinrich Bedford- Strohm seine Zuhörerinnen und Zuhörer im Fernsehgottesdienst aus Fürth-Poppenreuth auf. „Gebt dem Tod nicht die Macht, Euer Leben zu bestimmen!“ Vielmehr sollten die Christen ihr Leben dem auferstandenen Christus anvertrauen und ihre Herzen und Sinne für die österlichen Zeichen des neuen Lebens öffnen.

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Die tiefe, weltverändernde, österliche Freude, könne auch „durch die Gewalt, die uns gerade in dieser Woche das Herz so schwer gemacht hat, nicht erstickt werden“ – auch wenn es sich vielleicht im Moment so anfühle. Aber: „So viele Menschen vor uns haben diese Erfahrung gemacht: dass es dunkel war - und durch alles Leid hindurch Licht wurde. Dass Tod und Gewalt das Regiment zu führen, die Macht über die Seelen zu gewinnen schienen – und dann am Ende das Vertrauen in den Sieg des Lebens stärker war.“

Für sie alle sei der Ruf „Christ ist erstanden!“ zu dem einen großen Hoffnungsruf für ihr Leben und für die ganze Welt geworden.  Bedford-Strohm: „Wer die Bilder von terroristischen Angriffen und den zerbombten syrischen Städten nicht mehr aushält, das Leid der Flüchtlinge nicht mehr anschauen kann, wem darüber die Hoffnung entgleitet, dass sich je irgendetwas ändern wird, der kann nun in das Bekenntnis einstimmen: Christus ist auferstanden! Die Macht des Todes ist gebrochen!“

Predigten der Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe

Predigt von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, München

Susanne Breit-Keßler,© ELKB / Poep
„Auferstehung – das ist der Glaube an ein Leben vor und ein Leben nach unserem Tod“, predigte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Seit der Auferstehung Jesu dürfe jeder und jede mit „einem Zuhause in der Ewigkeit rechnen“. Es zähle die Osterhoffnung, „dass wir bei Gott auch nach unserem Tod geborgen und von unseren Liebsten nicht vergessen sind“. Gott verheiße eine Gemeinschaft, die im Tod nicht getrennt, sondern durch ihn hindurch gefestigt werde. Auferstehungsglaube sei jedoch keine Vertröstung auf ein nettes Jenseits. „Die Auferstehung ist Kontrapunkt zu jedem Tod.“ Christen dürften dem Tod keine Herrschaft einräumen über ihre Gedanken. „Nein, wir lassen uns unsere Überzeugungen nicht von Resignation und Pessimismus, gar von Hass durchkreuzen.“ Der Tod habe „vielleicht das vorletzte vorlaute, nicht aber das letzte Wort“.

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Predigt von Regionalbischöfin Dorothea Greiner, Bayreuth

Dorothea Greiner, Regionalbischöfin im Kirchenkreis Bayreuth,© (c) ELKB / Heike Rost
In ihrer Osterpredigt stellte Regional-bischöfin Dorothea Greiner dem Tod der Attentäter von Brüssel den Tod Jesu als „größtmöglichen Gegensatz“ gegenüber. „Hier Selbsttötung aus Hass, um Tod und Angst zu säen; dort Foltertod mit der Bitte 'Vater vergib ihnen'.“ Wirklich heil werden könne die Welt nur durch Christus. „Er ist gestorben für jede Sünde in dieser Welt, auch für die der Attentäter.“ Christus zu dienen bedeute, seinen Weg der Verge-bung zu gehen. Nur dadurch werde "die Teufelsspirale der Gewalt und des Hasses durchbrochen.“ Jesu Tod wäre in Verges-senheit geraten, so Greiner, wenn Gott seinen Weg der Liebe nicht durch die Auferweckung bestätigt hätte. In der Be-gegnung mit dem Auferstandenen hätten Menschen verstanden: „Wer sich an ihn hält wird leben und Leben bringen in diese Welt.“ Der Terror werde noch Jahre be-gleiten, so die Regionalbischöfin, aber siegen werde er nicht. „Mein Vertrauen gilt Christus. Er sammelt seine Gemeinde, die in ihrer großen Schwachheit und doch auch in der Kraft seiner Liebe die Welt gestaltet.“

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Predigt von Regionalbischöfin Gisela Bornowski, Ansbach-Würzbug

Gisela Bornowski, Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg,© (c) ELKB / Poep
Wie kann man heute an Ostern glauben? fragte Regionalbischöfin Gisela Bornowski in ihrer Predigt in Würzburg. Es brauche Osteraugen, mit denen man das sehen könne, was unsichtbar sei und doch wirklich. „Wer Osteraugen hat, dem fällt es wie Schuppen von den Augen, die so oft im Jahr, die meiste Zeit leider, gar nicht österlich sehen können. Sondern eher karfreitäglich, trübe, dunkel, gar nicht hell.“ Osteraugen könnten sich dort öffnen, wo Christen die frohe Botschaft von Leiden, Tod und Auferstehung Jesu weitererzählten und wo Menschen erleben dürften: „Christus ist an meiner Seite. ER ist da.“ „Jesus bedient sich anderer Menschen, die er uns schickt. Es sind Menschen, die uns im Glauben bestärken." Wer der Botschaft von der Auferstehung traue, werde auch den Auferstandenen erleben und Osterspuren in seinem Leben entdecken.

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Predigt von Regionalbischof Hans-Martin Weiss, Regensburg

Hans-Martin Weiss, Regionalbischof im Kirchenkreis Regensburg,© (c) ELKB / Poep
„Das Leben siegt!“ Mit diesem einzigen Satz könne die Osterbotschaft zusammengefasst werden, predigte Regionalbischof Hans-Martin Weiss in Regensburg. Sie habe in eine Zeit hineingewirkt, die voller Tod und Angst gewesen sei - wie die heutige. Damals wie heute hätten Menschen dem Schrecken widerstanden und sich für das Leben eingesetzt – so wie die Anhänger Jesu. Auf ganz verschiedene Weisen hätten diese ersten Zeugen von der Auferstehung erzählt. Die Ostergeschichten seien gerade dadurch glaubwürdig gewesen, dass Menschen spürten, wie Gott sie umtrieb und verwandelte. Weiss ermunterte dazu, sich gegenseitig immer wieder vom Geheimnis der Auferstehung zu erzählen und dabei die Kraft zu spüren, die in diesem Geheimnis stecke.

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Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi begründe auch eine große Hoffnung für jeden Einzelnen: „Jesu Auferstehung eröffnet uns einen neuen Himmel und eine neue Erde.“ Niemand, so Bedford-Strohm, brauche deswegen mehr Angst vor dem Sterben zu haben: „weil Gott uns begleitet, auf uns wartet und uns ansieht“.

„Tod, wo ist dein Sieg, wo ist dein Stachel?“, in diesen trotzigen Protest könnten Christen einstimmen. Denn ihre Osterfreude sei Ausdruck einer tiefen Leidenschaft für das Leben und eine große Hymne der Hoffnung. „Mit ihren Tönen im Herzen und auf den Lippen können wir entdecken, wie Ostern schon heute in unserem Leben anbricht.“

Osterspaziergang mit Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm im Englischen Garten in München


26.03.2016 / ELKB