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Predigten zu Karfreitag

Glasfenster mit Kreuzwegdarstellung

Das Leiden Jesu Christi und die Bedeutung seines Sterbens für die Menschen - das stand im Zentrum der Karfreitagsbotschaften der Regionalbischöfe in Bayern.

Bild: Dieter Schütz / pixelio.de

 Die Anschläge in Brüssel aber auch der Trost, den Christen im Kreuz Jesu finden, waren 2016 Thema vieler Karfreitagspredigten. Die Predigten bayerischer Kirchenvertreter gibt es hier zum Download.

Am Karfreitag zeige die Bibel Jesus als ein Folteropfer, „das sich an die Seite all der Folteropfer der Geschichte stellt“, predigte der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Karfreitagspredigt in der Münchner St. Matthäuskirche. Das reiche bis hin zu den Opfern sinnloser Gewalt in Brüssel.

Viele Menschen seien erschrocken über den neuen Gewaltexzess, und empfänden „Ohnmacht angesichts einer terroristischen Bedrohung, gegen die uns kein noch so effektiver und umfassender Sicherheitsapparat verlässlich schützen kann“. Doch Bedford-Strohm warnte davor, „Hass mit Hass zu beantworten“. Denn dann hätten die „Terroristen gewonnen“ und es geschafft, die „Orientierung an der Menschenwürde, die unsere demokratischen Verfassungen so kostbar macht, auszuhöhlen“.

Predigt von Regionalbischöfin Gisela Bornowski in Ansbach

Gisela Bornowski, Regionalbischöfin im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg,© (c) ELKB / Poep
Karfreitag sei die Zeit, sich der eigene Unversöhntheit, den eigenen Verletzungen, auch der eigenen Schuld zu stellen, predigte Regionalbischöfin Gisela Bornowski in Ansbach St. Gumbertus. Denn gerade das Kreuz sei das Wort von der Versöhnung. "Jesus ist die Liebe Gottes in Person. Er ist zu den Menschen gekommen, um ihnen Gottes Zuwendung zu zeigen. Auch dort, wo Ablehnung und Streit herrschen, Gott reicht die Hand zur Versöhnung."

Die Predigt zum Nachlesen als PDF

Besinnung von Regionalbischof Michael Grabow, Augsburg

Michael Grabow, Regionalbischof im Kirchenkreis Augsburg,© (c) ELKB / Poep
"Protestleute gegen den Tod" war der Gottesdienst in Evangelisch St. Ulrich in Augsburg überschrieben, in dem Regionalbischof Michael Grabow im Wechselspiel mit Musik über die Worte der Passion meditierte.  Grabow forderte dazu auf, die Nacht ernst zu nehmen, nicht wegzuschauen. Denn: "Wo ist Hoffnung in einer Welt, die sich um fremdes Leid nicht kümmert?" Christen seien Pro-Testleute gegen die tödliche Kälte zwischen Menschen und "für das Leben in Freiheit, Würde und Menschlichkeit".

Die Predigt zum Nachlesen als PDF

Darum spreche die Botschaft des Karfreitags mitten hinein „in die Situation der Angst und Ohnmacht gegenüber der Gewalt“, die vielen Menschen „in diesen Tagen nach den Brüsseler Anschläge das Herz schwer macht“. Die Frage, wo Gott sei angesichts dieser Gewalt, werde beantwortet: Gott „ist mitten unter den Opfern der Gewalt und mitten unter denen, die angesichts des Todes ihrer Liebsten verzweifelt sind. Er ist mitten unter denen, die Angst haben, was als Nächstes kommt“.

„Niemand unterschätze die Macht der Liebe“, die vom gekreuzigten Christus ausgehe, betonte der Landesbischof. „Niemand unterschätze, was es heißt, dass derjenige jetzt mitten unter uns ist, der die Gewalt überwunden hat“. Als Nachfolger Christi würden Christen nicht der Angst das Feld überlassen, sondern Botschafter der Versöhnung sein. Dies bedeute, nicht der Logik der Gewalt zu folgen, sondern „vom Sieg des Lebens zu wissen und deswegen innere Freiheit zu gewinnen und aus der Zuversicht zu leben“, so Bedford-Strohm.

„Die Welt braucht uns Christen“, schloss der Landesbischof. „In Zeiten des Terrors vielleicht mehr denn je“. Denn Christen lebten von der Versöhnungsbotschaft und seien an die Seite derer gestellt, die heute Gewalt erleiden.


25.03.2016 / ELKB