Plakataktion in Nürnberg

Ein Zeichen gegen Fremdenhass

Gegendemonstration in Nürnberg

"Wenn ein Fremdling bei Euch wohnt, den sollt ihr nicht bedrücken!" Mit diesem Plakat wehrten sich Nürnberger Christen gegen fremdenfeindliche Kundgebungen.

Bild: nnz-ha

Mit einer Plakataktion haben evangelische und katholische Christen in Nürnberg ein Zeichen gegen fremdenfeindliche Parolen gesetzt. Auch die Nürnberger Regionalbischöfe nahmen daran teil.

Anlass zu der Gegendemonstration waren für Donnerstag und Montag angemeldete Kundgebungen der Nürnberger Pegida-Bewegung, hinter denen stadtbekannte rechtsextreme Organisationen standen. Daraufhin hatte die Allianz gegen Rechtsextremismus an die Bevölkerung appelliert, sich mit Symbolen von der angekündigten Demonstration des Pegida-Ablegers auf dem Jakobsplatz zu distanzieren. "Während die „Pegida“-Hysterie andernorts beträchtlich abnimmt, versuchen Rechtsextreme unter Nutzung dieses Namens in Nürnberg Fuß zu fassen und ihre menschenverachtenden Ideologien auf die Straße zu tragen", hieß es darin.

Diesen "hyperaktiven Propagandisten" wolle man entschieden entgegentreten, "im Bewusstsein, dass Nürnberg eine weltoffene, eine tolerante und eine vielfältige Stadt ist, die sich durch ein respektvolles Miteinander der Bürgerinnen und Bürger auszeichnet."Durch Ausschaltung der Innenbeleuchtung und Plakatieren von Schaufenstern und Fassaden sollten die Bürgerinnen und Bürger dokumentieren, dass Nürnberg eine Spaltung der Gesellschaft nicht zulasse.

Christen wehrten sich

Zusammen mit den Nürnberger Stadtkirchengemeinden kamen die Regionalbischöfe Elisabeth Hann von Weyhern und Stefan Ark Nitsche der Aufforderung nach. So befestigten die Kirchengemeinden einen Banner zwischen St. Elisabeth und St. Jakob, auf dem der Schriftzug „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer" aus dem Buch Levitikus zu lesen war. Während der Kundgebungen läuteten sie die Kirchenglocken, um die fremdenfeindlichen Parolen zu übertönen.

Um den Platz herum gaben die Plakate der Allianz gegen Rechtsextremismus mit dem Satz „Wir stehen ein für Menschenrechte! Sie auch?“ den Pegida-Anhängern Kontra. Insgesamt wurden bei der Gegendemonstration mehr als 1000 Teilnehmende gezählt.

 

 


09.03.2015 / Anne Lüters
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