Eröffnung Simultankirchenradweg

Ökumenisch radeln

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Etwa 50 Radler schwangen sich zur Eröffnung des Simultankirchen-Radweges in Sulzbach-Rosenberg auf den Fahrradsattel. Landesbischof Bedford-Strohm (rechts vorne) und Bürgermeister Michael Göth (links) führten den Radel-Corso an.

Bild: (c) Susanne Götte

Die Einweihung des Simultankirchen-Radweges am Freitag, 8. Mai, in Sulzbach-Rosenberg und Illschwang brachte rund 200 Menschen aus der gesamten Oberpfalz in Bewegung.

Vertreter der evangelischen Dekanate Sulzbach-Rosenberg und Weiden, der Diözesen Eichstätt und Regensburg, Landräte und Bürgermeister traten gemeinsam in die Pedale, um dieses Kooperationsprojekt der Öffentlichkeit zu übergeben. Der Simultankirchen-Radweg verbindet 49 Gotteshäuser in der mittleren und nördlichen Oberpfalz, die zum Teil bis heute von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam genutzt werden. Dieses kulturelle Erbe ist bayernweit einzigartig. Unter dem Motto „Erleben. Erfahren. Entdecken. - Wie Kirche bewegt!“ verbindet der neue Simultankirchen-Radweg Kultur, Sport und Spiritualität miteinander.

Das Verbindende sehen und sich auf den Weg zueinander machen. Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzender Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Regionaldekan Ludwig Gradl (Diözese Regensburg) nahmen bei der Eröffnung in Sulzbach-Rosenberg die Ökumene in den Blick. Bedford-Strohm: „Das Verbindende ist wichtiger als das Trennende! Es gibt hier so vieles, was bereits gelingt. Das kann man mit dem Herzen spüren!“ Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Göth aus Sulzbach-Rosenberg, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß aus Weiden, den Landräten Richard Reisinger (Amberg-Sulzbach) und Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) sowie dem stellvertretenden Landrat Albert Nickl (Neustadt/ Waldnaab) durchschnitt der Bischof anschließend ein Band in den beiden Kirchenfarben und gab den Weg frei für den einzigen ökumenischen Radweg Deutschlands.

"Wir brauchen Bewegung - auch in unserer Kirche"

Mädchen mit Fähnchen in der Hand

Riesenspaß auch für die Kinder: Die fähnchenschwingenden Mädchen hatten sichtlich Freude bei der Eröffnung des Radweges

Bild: (c) Dekanat Weiden

Das sportliche Kirchenoberhaupt schwang sich in den Sattel und radelte, gefolgt von zahlreichen Festgästen, die rund 10 km nach Illschwang. Die Geistlichen beider Konfessionen teilen sich hier nicht nur das Gotteshaus, sondern haben auch beide ihren Dienstsitz vor Ort, was einmalig in Bayern ist. In der Simultankirche St. Vitus/ St. Veit wurden die Radler vom Bezirksposaunenchor Sulzbach-Rosenberg unter der Leitung von Kurt Lehnerer und festlichen Orgelklängen von Dekanatskantor Gerd Hennecke begrüßt.

„Der Simultankirchen-Radweg wird viele Menschen in Bewegung bringen. Und wir brauchen Bewegung – auch in unserer Kirche, damit sie auf die Herausforderungen unserer Zeit antworten kann“, stellte der Landesbischof fest. Ein vertrauenswürdiges „Navi“ sei dabei unerlässlich. Psalm 37 gebe gute Orientierung: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn.“ Domkapitular Norbert Winner aus Neumarkt (Diözese Eichstätt) dankte allen aus Kirchen und Kommunen, die das Radwegeprojekt gemeinsam auf den Weg gebracht hätten: „Die Simultankirchen sind nicht nur Orte der Liturgie, des Gebetes und der Stille, sondern auch Orte der Begegnung mit der Geschichte und der christlichen Kunst, die zum Nachdenken und zum Gespräch über Glaubensfragen anregen. Sie sind gewissermaßen Vehikel der Verkündigung.“

Radweg soll die Menschen zusammenführen

Für Pfarrer Hans-Peter Pauckstadt-Künkler aus Rothenstadt war die Einweihung des Simultankirchenradweges ein echter „Feiertag“. Der Vorsitzende des „Fördervereins Simultankirchen in der Oberpfalz e.V.“ hatte mit seiner Vision eines Kirchenverbindenden Radweges das Projekt überhaupt erst ins Rollen gebracht.

Er setzt darauf große Hoffnungen: „Ich träume davon, dass der Radweg viele Menschen zusammenführt, die in ihrer Freizeit Bewegung und Spiritualität suchen. Ich wünsche mir, dass die Gemeinden ihre Kirchen gerne öffnen, damit Menschen hier zur Ruhe kommen in unserer rastlosen Zeit. Auch in 50 Jahren sollen diese Gotteshäuser noch Schmuckstücke ihres Ortes sein und Zeichen für einen lebendigen Glauben.“


11.05.2015 / Susanne Götte / Dekanat Weiden