Girls' Day

Mut machen für Männerberufe

Mädchen streicht eine Wand

Handwerkliche Fähigkeiten werden Frauen zumeist abgesprochen - und auch sie selbst bescheinigen sich keine. Der Girls' Day will helfen, Vorurteile wie diese abzubauen und ungeahnte Fähigkeiten beim weiblichen Geschlecht zu entdecken.

Bild: © iStockPhoto / zilli

Am Donnerstag, 23. April, fand bundesweit wieder der „Girls' Day“ statt, der Aktionstag, der Mädchen die Angst nehmen soll vor Männerberufen. Auch in Bayern waren die Mutmacher unterwegs.

Seit 2001 gibt es den „Girls' Day“, einen Zukunfts- und Aktionstag speziell für Mädchen und Frauen. An dem Tag soll gegen das Klischee gearbeitet werden, und dem weiblichen Geschlecht sollen technische und naturwissenschaftliche Berufe nahe gebracht werden, die als „Männerdomänen“ gelten. In Deutschland wird der „Girls' Day“ in Form einer gemeinschaftlichen Initiative veranstaltet, unter anderem angestoßen durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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Der „Girls' Day“ findet immer am vierten Donnerstag im April statt, und bundesweit gab es spannende Seminare zum Thementag. Natürlich auch in Bayern. In Coburg hat zum Beispiel Janina Roschlau, 31, Jugendreferentin der Evangelischen-Jugend Coburg, ein Seminar für Mädchen von 12 bis 14 Jahren mit dem Titel „Trau dich! Sicher und stark für technische Berufe“ angeboten.

„Im Mittelpunkt meines Seminars stand die Frage, was Mädchen brauchen, um später in einem technischen Beruf erfolgreich zu sein, was sie sich jetzt schon dafür aneignen und antrainieren müssen und können“, erzählt Roschlau. Nicht nur „Lernbereitschaft“ und „Wissbegier“ seien dafür wichtig. Um „selbständig am Ball zu bleiben“, sollten Mädchen „sich schon in der Schule trauen, immer wieder Fragen zu stellen, sich nicht zu verstecken, um sich im Team später im Beruf gegen Männer zu behaupten“.

Nicht zur "Männerfeindin" werden

Dabei rät Roschlau jungen Mädchen nicht, zur „Männerfeindin“ zu mutieren. „Es geht nicht darum, eine ,schnippische Tussi‘ zu werden“, sagt die Jugendreferentin augenzwinkernd. „Es geht darum, bei seiner Meinung zu bleiben.“

Einen Tag wie den „Girls' Day“ findet sie ganz wichtig, „weil wir Frauen immer noch viel zu eingeschränkt im Denken sind. Wir glauben immer noch, wir können keine Glühbirnen auswechseln und keine Wände streichen. Dabei können wir genau das vielleicht super – wir haben es nur noch nie ausprobiert! Deshalb ist der ,Girls' Day‘ eine wunderbare Gelegenheit für Mädchen, den eigenen Horizont zu erweitern.“

Wie spannend die Arbeit einer Schreinerin ist

Ganz ähnlich war der Focus auch bei einer Veranstaltung der „Diakonie Jugendhilfe Oberbayern“ in Rosenheim. „Schlaue Mädchen informieren sich“: unter diesem Motto hatten Mädchen bei der Diakonie die Möglichkeit praktisch kennen zu lernen, wie interessant und spannend die Arbeit einer Schreinerin sein kann; unter Anleitung von Handwerksmeistern konnten sie ihre Fähigkeiten erproben und ein Werkstück erstellen.

Der nächste „Girls' Day“ ist am 28. April 2016, die Anmeldung hierfür startet im November 2015.


23.04.2015 / ELKB / Poep