Medienpreis der ELKB

Diskursive Auseinandersetzung fördern

Medienpreis 2015, Preisträger

Die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren freuen sich gemeinsam mit Regionalbischöfin Breit-Keßler (links) und Landesbischof Bedford-Strohm (Mitte).

Bild: ELKB

Zum fünften Mal hat die bayerische Landeskirche einen Print-Medienpreis verliehen, diesmal zum Thema „Hoffnung Europa – Flucht und Vertreibung: Eine neue Herausforderung für einen alten Kontinent“.

Der Medienempfang am Donnerstag, 21. Mai 2015, mit der Verleihung des Medienpreises der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), war ein Höhepunkt des Medienkonzils „Bürger in der digitalen Welt“. Nach den Vorträgen und Diskussionen zu den Themen Partizipation, Schutz der Privatsphäre und die zunehmende Macht einzelner Monopolisten, standen Qualitätsjournalismus und herausragende Autorinnen und Autoren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

„Sorgfältige und auch ethisch verantwortete journalistische Arbeit ist unerlässlich für die Kommunikation und Meinungsbildung in einer offenen Gesellschaft“, betonte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Begrüßung der Journalistinnen und Journalisten im Germanischen Nationalmuseum. Er bedankte sich für das große Engagement und die Differenziertheit, gerade bei der Aufbereitung des Themas Flüchtlinge.

Zitat

Journalismus muss diskursive Auseinandersetzung fördern. Er muss auch über Ängste berichten und sich mit ihnen auseinandersetzen. Lautsprecher für menschenfeindliche Einstellungen ist er nicht. 

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Das Thema des Medienpreises 2015 lautete „Hoffnung Europa“. Prämiert wurden in Schriftform öffentlich verbreitete Texte zum Thema „Hoffnung Europa – Flucht und Vertreibung als neue Herausforderung für einen alten Kontinent.“ Mehr als 70 Einsendungen waren eingegangen und die Jury unter dem Vorsitz von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hatte es schwer, sich zu entscheiden.

 Aus zwei mach fünf: Anstelle einen Preis in der Kategorie Tageszeitung und einen in der Kategorie Magazin zu vergeben, wurde die Zahl der Auszeichnungen auf fünf erhöht. Ausgezeichnet wurden mit jeweils 2.500 Euro zwei herausragende Beiträge aus dem Bereich der Tageszeitungen, ein weiterer Preis in Höhe von 2.500 Euro ging an die Sparte Magazine und Wochenpublikationen. Der Evangelischen Presseverband e.V. und die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler stifteten zwei Sonderpreise.

„Journalisten und Journalistinnen, wir alle tragen Verantwortung für eine Sprache, in der die Unantastbarkeit der Würde aller Menschen zum Ausdruck kommt", so Jurorin Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler bei der Laudatio. Den Autorinnen und Autoren sei es auf eindrucksvolle Weise gelungen, diesem Anspruch gerecht zu werden - und Wege aufzuzeigen, wie aus Fremden Freunde werden könnten. Breit-Keßler: „Sie weiten mit Ihren Texten den Verstand und öffnen das Herz für andere Menschen."

Preisverleihung

Jury-Vorsitzende Susanne Breit-Keßler hält di Laudatio,© ELKB
Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler hält die Laudatio: „Wie brauchen Journalistinnen und Journalisten wie Sie, die den Verstand weitern und das Herz öffnen ."

Die Laudatio von Susanne Breit-Keßler als pdf

Erster Preis in der Kategorie Tageszeitung

Gabriella Keller, taz, bei der Medienpreisverleihung 2015.,© ELKB
Gabriella Keller, taz
Keller berichtet in ihrer klugen Reportage "Angst drinnen, Angst draußen" davon, wie in Bautzen Anwohner auf ein neues Asylbewerberheim reagieren und was das bei den Flüchtlingen auslöst.
Link zum Artikel

Erster Preis in der Kategorie Tageszeitung

Autor vom Main-Echo bedankt sich für den Medienpreis 2015.,© ELKB

Es gibt einen zweiten ersten Preis: Die Redaktion des „Main-Echo“ wird für eine mehrteilige Serie zum Thema Asyl und Flucht ausgezeichnet. In einem Leitartikel und weiteren 15 Artikeln liefert dieses Journalisten-Team ein überzeugendes Beispiel dafür, wie eine Regionalzeitung engagiert und professionell das Leben von Flüchtlingen aus verschiedenen Blickwinkeln auf lokaler Ebene darstellen kann.

Link zum Leitartikel der Serie

Erster Preis in der Kategorie Magazin

Judith Scholter, Medienpreisträgerin 2015,© ELKB
Anna Kemper, Judith Scholter (im Bild) und Heike Kneese, Magazin „ZEIT-Geschichte“: „Man ist dann sehr stark“. In Interviewform bringt der Artikel werden eine Familie aus Ostpreußen und eine Flüchtlingsfamilie aus Afghanistan an einen Tisch und miteinander ins Gespräch. Der Artikel ist nicht online abrufbar

Sonderpreis, gestiftet vom Evangelischen Presseverband (epv)

Vertreter vom Stern bedankt sich für den Medienpreis 2015.,© ELKB
Der Sonderpreis, der vom Evangelischen Presseverband ausgelobt wurde, geht an Karin Stawski und Team (Stern) für ihren Beitrag „Ich denke immer an dich“ – eine Foto- und Textcollage, die anschaulich macht, wie überlebensnotwendig Handys für Flüchtlinge sind.

Link zum Artikel "Ich denke immer an dich" - stern

Sonderpreis, gestiftet von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Anna Aridzanjan, neon, erhält den Medienpreis 2015.,© ELKB

Den zweiten Sonderpreis erhält Anna Aridzanjan (neon, im Bild) für ihren Beitrag „Weltküche“. Sie macht literarisch Appetit auf Kochkurse in Berlin, die Flüchtlinge nach eigenen Rezepten geben.

Der Blog mit Rezepten zum Nachkochen

Unter Vorsitz von Susanne Breit-Keßler waren in der Jury vertreten: Alexander Jungkunz (Nürnberger Nachrichten), Marion Glück-Levi (freie Journalistin), Claudia Möllers (Münchner Merkur), Roland Gertz (Evangelischer Presseverband), Harald Karl (Evangelische Bank eG), und Hannes B. Erhardt (Evangelisches Siedlungswerk). Die Geschäftsführung für die Durchführung des Medienpreises hatte Achim Schmidt (epd). Die Juroren, die Preisträgerinnen und Preisträger, der Landesbischof und zahlreiche Gäste feierten und diskutierten beim sich anschließenden Empfang, auch über die Themen der Rahmenveranstaltung, des Medienkonzils „Bürger in der digitalen Welt“.


22.05.2015 / ELKB/Poep
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