Manifest der Religionen:

"Betet für die Opfer von Paris!"

Das Bild zeigt brennende Kerzen in der Dunkelheit

In einem gemeinsamen Manifest haben die drei großen Religionen zur Fürbiitte für die Opfer von Paris aufgerufen

Bild: Peter Freitag / pixelio.de

In einem Manifest haben Vertreterinnen und Vertreter der großen Religionen zum Gebet für die Opfer des Anschlags von Paris aufgerufen und gefordert: „Im Namen Gottes darf nicht getötet werden.“

Bibel, Thora und Koran seien Bücher der Liebe und nicht des Hasses, erklären die Unterzeichnenden – der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch sowie der ehemalige Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer.

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Die Morde seien ein Angriff auf die Freiheit des Denkens, des Glaubens und auf die den Religionen gemeinsamen Werte von Toleranz und Nächstenliebe, „den wir zutiefst verabscheuen“. Allerdings, so das Manifest, dürfe auch nicht mit Ablehnung gegen den Islam reagiert werden: „Wir werden auch nicht dulden, wenn angesichts der schrecklichen Taten in Paris Hass gegen Anhänger einer Religion geschürt wird, die für den Terror missbraucht wird und wurde. Hass ist keine Antwort auf Hass. Und Intoleranz keine Antwort auf Intoleranz.“

Sofort nach den Anschlägen hatte die ständige Vertreterin des Landesbischofs, die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, den Terroranschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins „Charlie Hebdo“ in Paris aufs schärfste verurteilt. In ihrer Predigt beim CSU-Landesgruppentreffen in Wildbad Kreuth bezeichnete sie das Attentat, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen, als blanke Barbarei. Zugleich rief sie dazu auf, unsere Demokratie gegen Fundamentalisten jeglicher Art zu verteidigen.

Zitat

Wir müssen darauf beharren, dass es in unserem demokratischen Gemeinwesen Freiräume zum Denken, Reden gibt, auch dazu, sich mit spitzer Feder zu äußern. Es ist blanke Barbarei, Menschen aus dem Weg zu räumen, die zu Recht die Freiheit der Meinungsäußerung für sich in Anspruch nehmen.“

Susanne Breit-Keßler
Die biblische Aufforderung „nehmet einander an, wie Christus euch angenommen hat“ sei kein harmloses Abwiegeln, erläuterte die Ständige Vertreterin des Landesbischofs. Gott habe nicht Betulichkeit, sondern die Auseinandersetzung mit der Wahrheit propagiert: „Lassen Sie uns also beim Namen nennen, was in Paris geschehen ist: ein widerlicher Angriff auf die Menschlichkeit, eine Attacke auf das, was freiheitlich-demokratische Kultur ausmacht.“

09.01.2015 / ELKB