Installation in St. Anna

"Leuchtfeuer" brennt noch bis 19. Juli

Baustellenleuchten

84 Baustellenwarnleuchten entfalten derzeit in der Augsburger Kirche St. Anna eine eigene Dynamik - zu sehen und zu erleben noch bis 19. Juli.

Bild: (c) Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg

Noch bis 19. Juli ist in der Augsburger Kirche St. Anna die Lichtinstallation "Leuchtfeuer" zu bestaunen: 84 Baustellenlampen blinken im Ostchor - Kunst in der Kirche mit eigenwilliger Dynamik.

84 Baustellenwarnleuchten stehen am Boden im Ostchor der St. Anna Kirche. Sie blinken in regelmäßigem Rhythmus. Zugleich hat jede ihren eigenen Puls. Manche leuchten gemeinsam auf und entfernen sich wieder im eigenen Takt. Zur Langen Nacht des Lichts hat der Augsburger Künstler Thorsten Braunbarth die Installation „Leuchtfeuer“ geschaffen.

Genutzt hat er dabei identische Leuchten, manche auf einem etwas höheren Sockel, in der Mitte des Raumes dichter gedrängt. Sie schwärmen aus und erobern den Raum. Manche erklimmen die Stufen zum Altar oder schlüpfen unter die Chorbänke. Einige machen sich alleine auf den Weg, andere halten sich lieber an eine kleine Gruppe.

Braunbarth nutzt weitere Kontraste für seine Installation: „LEDs und Plastik stehen im Ge-gensatz zu altehrwürdigen Materialien des Kirchenraumes. Das sanfte, orange Licht wird durch das regelmäßige Blinken unruhig. Es entsteht eine eigene Dynamik, alles scheint in Bewegung zu geraten, obwohl die einzelnen Lampen still dastehen.“

Das Werk verändert im Laufe des Tages seine Wirkung: Während bei stärkerem Tageslicht das gegenseitige Durchdringen von Installation und umgebendem Raum dominiert, steigert sich bei zunehmender Dunkelheit die abstrakte Lichtwirkung der Leuchten. Der Puls der ganzen Arbeit scheint sich zu beschleunigen.

Die Installation soll erkundet werden

„Endlich mal ein angemessener Platz für Baustellenleuchten“, meinen St. Anna-Gemeindeglieder mit einem amüsierten Lächeln und spielen auf die laufenden Sanierungs-arbeiten in der Goldschmiedekapelle an. „Darf man da durchgehen?“ fragen andere Kirchenbesucher. Ja, man darf. Die Installation soll erkundet werden.
Das ist auch St.-Anna-Pfarrer Thomas Hegner wichtig: „Ein Leuchtfeuer zieht Aufmerksam-keit an. Es will beachtet werden, damit es Orientierung geben kann. Auch diese Lampen verlangen Beachtung, und sie laden dazu ein, einen eigenen Standpunkt zu suchen und zu bestimmen. Und das ist angesichts vieler drängender und aktueller Fragen eine wichtige Aufgabe weit über unseren Kirchenraum hinaus.“

Zu den Kirchenöffnungszeiten ist „Leuchtfeuer“ noch bis zum 19. Juli zu sehen. Die Batterie-Energie reicht genau für die Ausstellungsdauer, dann ist sie erschöpft - und das Licht erlischt.


06.07.2015 / Evangelisch-Lutherisches Dekanat Augsburg / ELKB / Poep
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