Erinnerung an den 20. Juli 1944

"Ein historisches und symbolisches Datum"

Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler

Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler

Bild: ELKB / Rost

Die Männer und Frauen des 20. Juli dürfen nach Überzeugung der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler nicht zu "heroischen Statuen musealen Gedenkens" werden.

Der 20. Juli 1944 sei vielmehr zugleich ein "historisches und symbolisches Datum", betonte Breit-Keßler. Denn diese Menschen, die mit ihrem Umsturzversuch gegen den Diktator Adolf Hitler aufgestanden sind, mahnten als "lebendige Vorbilder", für Recht, Gerechtigkeit und Demokratie einzutreten. Dazu gehöre auch, politische Mandatsträger respektvoll zu behandeln. Wer Politiker verächtlich mache, ersticke Vertrauen in demokratische Werte und ihre Repräsentanten.

Manchmal reicht der Apell an die Vernunft nicht

Wie der 20. Juli zeige, könne Gewalt notwendig sein, um Leben zu schützen, sagte die Ständige Vertreterin des  Landesbischofs. Es gebe Situationen, in denen der Appell an die Vernunft nicht reicht. Deshalb stelle der 20. Juli die "unbequeme Frage", was die internationale Staatengemeinschaft tut, um Menschenleben zu retten. So seien in Nordkorea Hunderttausende vom Regime getötet oder dem Hungertod anheim gegeben worden und im Südsudan lebten Menschen täglich in Angst vor brutalster Gewalt. Manche Nationalitäten, wie Menschen aus dem Irak, Afghanistan, Palästina und Israel hätten in Deutschland "vollkommen zu Recht" eine Lobby - "andere nicht. "Der 20. Juli befragt unsere Wahrnehmung und unsere politischen Vorlieben ebenso wie unser Schweigen."


20.07.2014 / epd