Karfreitag in der Münchner Kreuzkirche

Musik, Bild und Wort zur Sterbestunde

Jazzmusik zu modernen Kreuzwegstationen des Malers Cäsar Radetzky und Lyrik von Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler sind am Karfreitag, 3. April, um 15 Uhr in der Münchner Kreuzkirche zu hören.

Zur Sterbestunde Jesu erwartet die Besucher ein besonderes Erlebnis: In Gemälden, Jazzarrangements und Lyrik wird der Kreuzweg Jesu von Nazareth von seiner Verurteilung bis zu seinem Begräbnis nachempfunden. Die lyrischen Texte zu den "Kreuzwegstationen II" stammen aus der Feder der Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und werden von ihr selbst vorgetragen.

Zitat

der mensch gewordene entäußert
erhält hilfe von einem menschen manchmal
ist nur einer da der sich göttlich mitten
in diese Welt hinein begibt und
sich den anderen zur seite gesellt
riskant weil bedingungslos zu lieben
sich ganz und gar hinzugeben,
verletzlich macht

Susanne Breit-Keßler

Bereits 1999 hatte der Jazz-Musiker, Geiger und Komponist Hannes Beckmann musikalische Impressionen zu dem Bilderzyklus "Die blaue Krone" des Münchner Malers Cäsar Radetzky komponiert und uraufgeführt.

Radetzky hat sich bei seinem Kreuzwegzyklus auf das Buch ‚Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus‘, die Visionen der Katharina Emmerich, von Clemens Brentano inspirieren lassen. Die Dornenkrone, Zeichen der Unterdrückung und des Leidens, wird bei ihm als "blaue Krone" zum Symbol der Hoffnung, der Erlösung und der Auferstehung. Hannes Beckmann verbindet in seiner Musik westliche Tradition und osteuropäische wie orientalische Musikelemente mit meditativer
Ruhe.

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Der ursprünglichen Fassung des Kreuzwegs hat Beckmann in "Kreuzwegstationen II" neue musikalische Teile hinzugefügt, die beispielsweise den „Blues des Todes“ oder das Schweben zwischen Erde und Ewigkeit in rhythmischer Lebendigkeit und ergreifenden Melodien ausdrücken. Diese neuen und auch ältere Kompositionen ergänzt und kontrastiert Susanne Breit-Keßler mit lyrischen Texten zu Leiden, Tod und Hoffnung. Sie schlägt die Brücke von dem Leiden des Einen damals zu dem Leiden in der Welt heute. Dabei inspirieren sie die "einnehmenden, packenden Bilder" von Cäsar Radetzky. Er habe einen Kreuzweg „voller wilder Kraft und Leidenschaft" geschaffen, so Breit-Keßler, "eine empathische Passion, die zeitlos und zeitgenössisch ist, immer erschütternd gegenwärtig".

Eine Seelenverwandtschaft

In der persönlichen und künstlerischen Begegnung entdeckten sie „eine überraschende Seelenverwandtschaft. Miteinander arbeiteten wir, jeder mit seinem ‚Werkzeug‘. Hannes mit Ton und Klang, Cäsar mit Bild und Farbe, ich durfte das Wort beisteuern - als lyrische Antwort auf zwei begnadete Künstler, die ich nun zu meinen Freunden zählen darf.“

Aufgeführt werden die "Kreuzwegstationen II" von dem philharmonischen Jazz-Kammerorchester unter der Leitung von Hannes Beckmann und dem Don Camillo Chor (Leitung: Matthias Seitz). Seit März 2015 ist auch die CD „Kreuzwegstationen II“ erhältlich.

Zur Person

Susanne Breit-Keßler, Bild: © ELKB / Poep

Susanne Breit-Keßler

ist Regionalbischöfin des Kirchenkreises München und Oberbayern und Ständige Vertreterin des Landesbischofs.


31.03.2015 / ELKB