16. Blaue Nacht in Nürnberg

Stimmungsvolle Farbakzente

Kirche

Wie eine andere Welt: Die evangelische Kirche St. Egidien präsentierte ihren Innenraum lückenlos blau ausgeleuchtet - ein Hingucker bei der "Blauen Nacht" in Nürnberg.

Bild: (c) Wolfgang Noack

Lichterspiele und Farbakzente zum Staunen: 135 000 Besucher gingen bei der diesjährigen „Blauen Nacht“ auf Entdeckungsreise durch die Nürnberger Altstadt. Auch drei evangelische Kirchen luden ein.

Nicht nur Kultureinrichtungen wie etwa das Staatstheater, Museen, Clubs oder Galerien öffneten ihre Tore für die „16. Blaue Nacht“ Anfang Mai in Nürnberg. Auch die drei evangelischen Kirchen. St. Lorenz, St. Sebald und St. Egidien, hießen die staunenden Besucher willkommen. Insgesamt begaben sich rund 135000 Menschen auf Kultur-Tour durch die Nürnberger Altstadt, in der es über 300 Programmpunkte an mehr als 80 Orten zu entdecken gab. Das politisch aufgeladene Jahresmotto lautete „Freiheit“ und wurde von allen Seiten blau beleuchtet.

Auf dem Nürnberger Hauptmarkt ließ zum Beispiel das Künstler-Duo Johannes Brendel und Frieder Weiß eine künstliche Fackel der Freiheitsstatue in die kühle Frühlingsnacht lodern, der diesjährige „Burg“-Künstler Roger Libesch (Erlangen) lud die riesenhafte Projektion an die Mauern der Kaiserburg, Jahr für Jahr ein Publikumsmagnet der Blauen Nacht, mit einer farbsatten Geschichte einer Drohne auf, die ihrer Spitzeldienste irgendwann überdrüssig ist und sich in die Sümpfe von „Blue Bayou“ absetzt. Während das Staatstheater erstmals in allen Spielstätten – vom Opernhaus bis zu den Kammerspielen – ein spezielles Blaue-Nacht-Programm beisteuerte, waren auch die Kirchen kreativ.

Kirche

Gänzlich unbestuhlt zeigte sich die Nürnberger Lorenzkirche - und ließ die Besucher staunend durch das Kirchenschiff spazieren.

Bild: (c) Wolfang Noack

Zum Beispiel die Stadtkirche St. Lorenz: gänzlich unbestuhlt und mit Musik von Johann Pachelbel ließ sie ihre Besucher sinnend durchs Kirchenschiff spazieren. Aber auch die evangelische Kirche St. Egidien entführte die Menschen gekonnt aus dem Alltag: der lückenlos blau ausgeleuchtete stuckverzierte Innenraum wirkte wie eine andere Welt.

Neben Sonderschauen in den großen Häusern mit Werken von Andy Warhol, Albrecht Dürer, Giséle Freund, Cindy Sherman, Julian Opie, Robert Lebeck, Edvard Munch und vielen anderen setzten die zwölf Positionen der Teilnehmer des Blaue-Nacht-Kunstwettbewerbs Akzente mit Installationen, Performances und vor allem Licht-Kunst. Besucher ließen sich in Laserlichtschranken ablichten, durchschritten Hulahoop-Labyrinthe, betrachteten Luftkissen-Projektionen und ließen sich im Namen der Kunst zum kollektiven Schreien verleiten.

Bis zur nächsten „Blauen Nacht“ ist es zwar noch lang, aber man sollte sich den Termin trotzdem schon einmal vormerken: 7. Mai 2016!


06.05.2015 / ELKB / Poep / Stadt Nürnberg / Projektbüro im Kulturreferat
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