Jugendbegegnung vom 8. bis 11. April

Kirche für andere

Baum

"Dinge für die es sich lohnt zu kämpfen": Die Evangelische Jugend gedenkt Bonhoeffer.

Bild: (c) Evangelische Jugend Bayern (ejb)

Ein frommer Rebell, der dem Naziterror widersprach und getötet wurde: Vor siebzig Jahren, am 9. April 1945, starb Dietrich Bonhoeffer.

In der bayerischen Landeskirche wird in diesen Wochen des Pfarrers gedacht, der kurz vor Kriegsende hingerichtet wurde und dessen Worte bis heute wirken. „Bonhoeffer bleibt eine Inspiration für die, die sich in Situationen von Unterdrückung und Gewalt für die Menschenwürde einsetzen“, sagt Heinrich Bedford-Strohm, bayerischer Landesbischof und Vorsitzender des Rates der EKD.

Die Evangelische Jugend in Bayern erinnert mit einer Jugendbegegnung vom 8. bis 11. April 2015 an die Widerstandsbewegung im Dritten Reich. Über 400 Jugendliche und Konfirmanden aus ganz Bayern sowie Jugendgruppen aus Belgien und Israel haben sich zu dieser 4-tägigen Veranstaltung angemeldet. Die Jugendbegegnung findet auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers statt.

„Wir sind überwältigt von der hohen Beteiligung. Dies macht deutlich, dass Jugendliche durchaus an gesellschaftlich relevanten Themen interessiert sind“, sagt Patrick Wolf, Vorsitzender der Evangelischen Jugend in Bayern. „Im Rahmen einer Jugendbegegnung können gerade scheinbar schwere Themen lockerer und unverkrampft bearbeitet werden.“ So begeben sich die Jugendlichen in Plenen und Workshops, in Gesprächen mit Zeitzeugen und untereinander, beim Feiern, Essen und Beten auf die Suche, nach den Dingen, für die es sich auch heute lohnt sich einzusetzen. Die Evangelische Jugend im Dekanat Weiden gestaltet die Gedenkandacht zur Todesstunde von Dietrich Bonhoeffer am Donnerstag, den 9. April um 05.30 Uhr.

Am 12. April 2015 findet in der Kirche St. Pankratius in Flossenbürg ein Gottesdienst mit dem bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm statt, der vom Bayerischen Fernsehen übertragen wird. Beginn ist 10 Uhr. Das jährliche Treffen ehemaliger KZ-Häftlinge, welches die Gedenkstätte ausrichtet, findet vom 24. bis 26. April statt. Dazu geplant ist abschließend auch ein weiterer Gottesdienst mit dem Regensburger Regionalbischof Hans-Martin Weiss.

"Kritische Kraft des Evangeliums zur Sprache bringen"

Viele Sätze Bonhoeffers prägen die evangelische Kirche bis heute: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“, ist einer dieser Sätze. Auch für Heinrich Bedford-Strohm ist er von besonderer Bedeutung: „Bonhoeffer kann uns erinnern, dass wir uns nicht bequem einrichten dürfen, sondern auch die kritische Kraft des Evangeliums in der Gesellschaft zur Sprache bringen müssen.“

Doch Bonhoeffer war nicht nur ein Rebell. Bis heute trösten seine Worte. Auf unzähligen Beerdigungen singen Menschen „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag.“ Bonhoeffer schrieb dieses Gedicht im Gefängnis und zeigt: wer bereit ist, sich seiner existentiellen Not zu stellen und davon zu erzählen, kann auch andere Menschen in ihrer Not trösten. „Im Glauben daran, dass wir trotz allem gehalten sind, sind wir bis heute mit Bonhoeffer verbunden und können uns von seinen Worten trösten und stärken lassen“, sagt Heinrich Bedford-Strohm.

Politisches Handeln immer theologisch begründet

Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren. Am 9. April 1945 wurde er – wenige Wochen vor Kriegsende – im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Dietrich Bonhoeffer hatte während des Dritten Reichs der nationalsozialistischen Ideologie widersprochen und gehörte zum Kreis derer, die das Attentat am 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler vorbereitet haben.

Dabei hat er sein politisches Handeln immer theologisch begründet. Er hat ein umfangreiches theologisches Werk hinterlassen. Seine Briefe und Texte aus der Zeit der Haft (1943-1945) sind nach dem Krieg unter dem Titel „Widerstand und Ergebung“ und „Brautbriefe – Zelle 92“ veröffentlicht worden.

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08.04.2015 / EKD / ejb