5. Internettag der Landeskirche

Vom Nutzer her denken

Internettag der ELKB

Der fünfte Internettag der ELKB beschäftigte ich insbesondere damit, wie kirchliche Internetarbeit den Interessen der Nutzer gerecht werden könne.

Bild: Breit

Eine Weiterentwicklung der Internetstrategie der Landeskirche ab Herbst hat Oberkirchenrat Detlev Bierbaum am Wochenende bei der fünften Internettagung in Nürnberg angekündigt.

Bierbaum, der in der Kirchenleitung für die Arbeitsbereiche Diakonie, Schule, Bildung, Seelsorge und Medien zuständig ist, sagte, das Internet lehre, wie entscheidend es sei, "vom Nutzer her zu denken". "Das fällt uns in der Kirche nicht leicht."

Sehr am Herz liege ihm das Thema Internet und Rechtsextremismus, sagte der Oberkirchenrat. "Wir müssen überlegen, was wir hier ganz aktiv tun können." Bei den Themen Datenzugriff, Sucht oder Mobbing sei "ein kritischer Blick notwendig". Die Kirche habe sich vorgenommen, die medienethische Kompetenz der Jugendlichen zu stärken, das sei nicht im erwarteten Maß nachgefragt worden.

Fragen, was Menschen wirklich interessiert

Nur wer daran interessiert sei, was Menschen wirklich interessiere, könne Menschen auch erreichen, erklärte der Social-Media-Experte Mirko Lange. Bedürfnisse entstünden aus dem Gefühl eines Mangels. Welche Interessen Menschen haben, "kann man beispielsweise an den Google-Suchanfragen ablesen."

Der Blogger und Autor stellte dar, wie Unternehmen heute mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten versuchten, ihre Zielgruppen anzusprechen und von ihrem Angebot zu überzeugen. "Schreiende" Werbung funktioniere immer weniger, so der PR-Experte: "Wir tun alles, um Verkündigungen auszublenden", so Lange. "Die Evolution hat dafür gesorgt, dass wir irrelevante Dinge ausblenden, um die wichtigen Dinge wahrnehmen zu können."

Multimedial arbeiten

Langes Bilanz: "Bei manchen Unternehmen führt die Beschäftigung mit dem Perspektivwechsel in Richtung Kunde oder Nutzer zum Ergebnis: Mit unserem Produkt stimmt etwas nicht. In irgendeiner Form muss eine Reformation stattfinden".

In Workshops beschäftigten sich die Internetmacher unter anderem mit "Crossmedia", also multimedialen Techniken, die das Internet bietet, oder mit Fallbeispielen: Katharina Sydow von der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt stellte vor, wie das Reformationsjubiläum 2017 schon jetzt das Online- und Social-Media-Konzept der Luthergedenkstätten bestimmt.


11.05.2015 / epd
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