Internationale Gottesdienste in Bayreuth

Christus verbindet Welten

Das Bild zeigt die Feier des Abendmahls beim ersten internationalen Gottesdienst in der Stadtkirche Bayreuth.

Bunt und feierlich ging es beim ersten internationalen Gottesdienst in Bayreuth zu. In Zukunft sollen diese Gottesdienste monatlich stattfinden..

Bild: Wolfgang Bouillon, www.oab-bayreuth.de

Erstmals fand am 19. Dezember 2015 ein internationaler Abendmahlsgottesdienst in der Stadtkirche Bayreuth statt. Eingeladen waren Einheimische, Geflüchtete und ausländische Mitbürger.

Unter dem Motto "Christus verbindet Welten" feierten Christen unterschiedlicher Herkunft in verschiedenen Sprachen das Abendmahl. Dies war ein Auftakt für eine Gottedienstreihe, die in Zukunft monatlich in der Bayreuther Stadtkirche stattfinden wird. 

Maßgeblich konzipiert wurden diese Gottesdienste von Regionalbischöfin Dorothea Greiner. Bei ihren Besuchen in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete sei ihr deutlich geworden, "dass dort viele Christen leben, die seit Monaten kein Vaterunser in christlicher Gemeinschaft mehr gesprochen haben, keine Predigt gehört und kein Abendmahl genossen haben“, so die Regionalbischöfin.

Daraus sei der Gedanke des „Internationalen Gottesdienst“ erwachsen: insbesondere für die Geflüchteten, doch ausdrücklich offen für alle Menschen. In einer Arbeitsgruppe, zu der auch die Inhaber der Projektstelle „Evangelische Gemeinden anderer Sprache und Herkunft“ und der Leiter des Gottesdienstinstituts der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gehörten wurde ein Liturgieheft in sechs Sprachen entwickelt: Mit Hilfe dieses Heftes konnten die Teilnehmenden den Gottesdienst in Englisch, Deutsch, Französisch, Farsi, Arabisch und Russisch mitfeiern. Die Liturgie wurde auf Englisch, die Predigt auf Deutsch und die Fürbitten in allen sechs Sprachen gehalten.

In ihrer Kurzpredigt betonte Greiner, der christliche Glaube sei von Anfang an international gewesen. Davon zeugten beispielsweise die zahlreichen Reisen des Apostel Paulus gerade einmal 25 Jahrenach Jesu Tod. "Christliches und nationalistisches Denken seien deshalb "einander so fremd wie Feuer und Wasser." Christuszugehörigkeit wiege für Christen unvergleichlich schwerer als Volkszugehörigkeit. "Der Glaube an Christus entwaffnet, versöhnt und reicht die Hand - auch dem Feind; und immer schon den Fremden." Sie vertraue darauf, dass von den internationalen Gottesdiensten eine Friedenswirkung ausgehe, so die Regionalbischöfin.

Der nächste internationale Gottesdienst wird am 16. Januar um 17 Uhr stattfinden. Dann wird der anglikanische Bischof von Chichester in Südengland, Martin Warner, die Gastpredigt halten. Im Anschluss daran wird es wieder einen gemeinsamen Imbiss geben.


21.12.2015 / ELKB
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