Internationale Konferenz in Nürnberg

Gehörlose Menschen sinnvoll unterstützen

Gebärdenchor Nürnberg

Auch mit dabei: Der Gebärdenchor der Gehörlosengemeinde in Nürnberg

Bild: Egg Nürnberg

Sieben verschiedene Gebärdensprachen werden gesprochen, wenn vom 22.- 26.9. gehörlose und  hörende Theologen aus drei Kontinenten in Nürnberg zur Konferenz der Gehörlosenseelsorge zu Gast sind.

Zu der Konferenz der "International Ecumenical Working Group" (IEWG), wie sich die 1950 von Repräsentanten unterschiedlicher Kirchen gegründete Arbeitsgemeinschaft nennt, werden etwa 120 hörende und gehörlose Vertreter der lutherischen, reformierten, katholischen und orthodoxen Kirchen erwartet. Die weiteste Anreise haben die Teilnehmer aus Madagaskar, zum ersten Mal sind voraussichtlich auch Theologen aus Nigeria dabei.

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Unter dem Motto "Diakonisches Handeln für und mit gehörlosen Menschen und ihren Familien" werden sie sich im Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Haus mit den besonderen Lebenssituationen von Gehörlosen und deren Familien beschäftigen. Im Fokus der Konferenz stehen Fragen unter anderem zu den Schnittpunkten sozialen Engagements und der seelsorgerischen Begleitung und Ausbildung kirchlicher Mitarbeiter. „Wir werden aber auch darüber diskutieren, welchen Auftrag die Seelsorge hat. Hat sie nicht auch den Auftrag Menschen zu schützen, zum Beispiel vor Entmündigung oder Fremdbestimmung?", so Pfarrer Joachim Klenk, Hauptorganisator der Veranstaltung.

Begrüßt werden die Teilnehmer/innen der IEWG-Konferenz durch Vertreter der Kirchenleitungen der evangelischen Landeskirche Bayern und der katholischen Kirche, der Stadt Nürnberg, des Deutschen Gehörlosenbundes und des Landesverbandes der Gehörlosen in Bayern und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft der ev. Gehörlosenseelsorge (DAFEG).

Gastgeber: Nürnberg

Die Mitarbeiter Evangelisch-Lutherischen Gehörlosenseelsorge Bayern (EGG) aus Nürnberg tragen als Gastgeber nicht nur die administrativen Aufgaben dieser Konferenz, sondern haben mit ihren Dienstleistungen in der Gehörlosenseelsorge hierzulande eine führende Rolle erreicht. In dieser Gemeinde treffen die Bereiche Beratung, Seelsorge und Gemeinde aufeinander. Diese weltweit einmalige Kombination werden sie auch den Konferenzteilnehmern präsentieren.

Auf dem Programm der in englischer Sprache stattfindenden Konferenz stehen neben der Eröffnungsveranstaltung und der Vorstellung der Situation in den einzelnen Ländern auch ein Vortrag über "Diakonie - Gehörlosenseelsorge als die Hände Gottes", eine Stadtführung durch Nürnberg, die Begegnung mit der Gehörlosengemeinde dort und Workshops zum Mitmachen, beispielsweise beim Gebärdenchor oder bei der Gebärdensprachen-Poesie.

barrierefreie Kommunikation

Alle Vorträge werden simultan in sieben verschiedenen Gebärdensprachen gedolmetscht. Insgesamt 20 Gebärdensprachdolmetscher werden vor Ort während der gesamten Konferenz für barrierefreie Kommunikation sorgen.


22.09.2014 / Anne Lüters