Bischöfe Bedford-Strohm und Marx

Vorurteile zwischen Religionen ueberwinden

Blick in eine Kirche

Ökumenischer Gottesdienst: beim Auftakt zur Gebetswoche waren erstmals auch Vertreter des Judenstums und des Islams anwesend.

Bild: (c) ELKB / Poep

Bei einem ökumenischen Gottesdienst haben Kardinal Reinhard Marx und der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm nach den Terrorakten in Paris zu einem Dialog der Religionen aufgerufen.

Gerade jetzt sollten die Christen verstärkt den Kontakt mit ihren "muslimischen Mitbürgern" suchen, sagte Marx laut Mitteilung am Dienstagabend in der evangelischen Münchner Matthäuskirche zum Auftakt der Gebetswoche für die Einheit der Christen.

Diese Gespräche sollten nicht nur ein einmaliges Ereignis sein, sondern "in einem gut vorbereiteten und langfristig angelegten Weg des Dialogs" verlaufen. Angehörige anderer Religionen seien niemals "der Feind, den es zu verdrängen gilt". Entscheidend sei vielmehr, dass "alle Grenzen der Vorurteile, Ressentiments und historischen Verwerfungen überwunden" werden, sagte der Kardinal.

Gäste des Judentums und Islams erstmals anwesend

Landesbischof Bedford-Strohm sagte, dass in dem ökumenischen Gottesdienst, der zur gleichen Zeit wie die Mahnwache vor dem Brandenburger Tor in Berlin stattfand, die "Hoffnung auf eine neue Kultur der Mitmenschlichkeit und des wertschätzenden Miteinanders der Religionen" im Gebet vor Gott gebracht werde. Besonders willkommen hieß Bedford-Strohm, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, die jüdischen und muslimischen Gäste des Gottesdienstes. Ihre Anwesenheit zeige, dass die Einheit der Christen sich nie gegen andere richte, sondern ein "Zeichen ist für die Einheit der Menschen".

Zum ersten Mal haben an der Gebetswoche, die es seit über hundert Jahren gibt, auch Vertreter des Judentums und des Islams teilgenommen, unter ihnen der Penzberger Imam Benjamin Idriz und Abi Putim vom Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Die Gebetswoche wird getragen vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen. Während der Gebetswoche kommt es in den evangelischen und katholischen Gemeinden zu gemeinsamen Gottesdiensten und ökumenischen Begegnungen.


14.01.2015 / epd