Herzschmerz-Gottesdienst in Kempten

"Nicht alle sind glücklich verliebt"

Herz mit Pflaster verarztet

Für alle, die eher unglücklich verliebt sind oder sich nach der echten Liebe sehnen, gibt es in Kempten einen Herzschmerz-Gottesdient

Bild: Simone Hainz / pixelio.de

Am Valentinstag feiern zahlreiche Paare ihre Beziehung. Aber was ist mit denen, die nicht so glücklich verliebt sind? Für sie bietet die Christuskirche in Kempten Herzschmerzgottesdienste an.

Es ist der Tag der Liebenden: Am 14. Februar, dem Valentinstag, machen sich glückliche Paare Geschenke und feiern so ihre Beziehung. Die Kirchengemeinde Christuskirche in Kempten dagegen denkt auch an die, die nicht so glücklich verliebt sind. Am Vorabend des Valentinstages findet dort um 19.30 Uhr ein ökumenischer "Herzschmerz-Gottesdienst" statt. Die Idee dazu hatte die evangelische Vikarin Christina Hinderer.

Frau Hinderer, welche Idee steckt hinter dem Herz-Schmerz-Gottesdienst?

Christina Hinderer: Der Valentinstag ist ein Tag, an dem überall vom Glück der Liebe die Rede ist. In ganz Bayern gibt es Gottesdienste, in denen sich Paare segnen lassen und ihre Liebe genießen können. Aber es sind eben nicht alle glücklich verliebt, glücklich verheiratet oder haben überhaupt eine Partnerschaft. Es kann daher auch sehr belastend sein, wenn man überall hören muss, wie schön es ist, verliebt zu sein. Deswegen wollen wir am Vorabend des Valentinstages ein Angebot für Menschen machen, die Herzschmerz haben. Damit man gestärkt in diesen Tag gehen kann und sieht: Auch mit einem gebrochenen Herzen oder der Sehnsucht nach einer Partnerschaft kann ich zu Gott kommen.

An wen genau richtet sich der Gottesdienst?

Christina Hinderer: An Menschen, die Herzschmerz im weitesten Sinne haben. Also jemand mit Liebeskummer genauso wie Frauen und Männer, deren Partner gestorben ist, die getrennt leben oder unglücklich mit ihrer jetzigen Beziehung sind. Ebenso sind Singles angesprochen, die sich nach einem Partner sehnen und vielleicht das Gefühl haben: Ich finde nie einen oder bekomme immer wieder den falschen.

Was erwartet die Besucher in dem Gottesdienst?

Christina Hinderer: Wir wollen den Menschen einen Ort bieten, an dem man den Herzschmerz einmal aushalten kann. Wir werden gemeinsam beten und singen. Aber es gibt auch Zeit, seine persönliche Anliegen vor Gott zu tragen und sich segnen zu lassen. Wir wollen auch schauen, welche Erfahrungen andere Menschen mit dem Herzschmerz gemacht haben, und wie uns das weiterbringen kann. Außerdem gibt es Musik von dem Allgäuer Folk-Rock- und Mundart-Duo "Vivid Curls". Die beiden Frauen haben einige Songs zu Herzschmerz-Themen im Repertoire.


10.02.2017 / epd