Heiligabend mit Asylbewerbern

Landesbischof: Kontakt zu Flüchtlingen suchen

Das Bild zeigt Landesbischof Bedford-Strohm im Gespräch mit einem Flüchtlingsmädchen und seiner Mutter

Das Christentum hat ene besondere Verpflichtung zur Humanität sagt Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (im Bild bei einem Besuch bei Flüchtlingen in der ehemaligen Bayernkaserne im Winter)

Bild: Florian Peljak

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat zu persönlichen Kontakten mit Flüchtlingen aufgerufen. Dadurch bekämen die Schicksale ein Gesicht, sagte er am Heiligabend in der Münchner Bayernkaserne.

Es sei ein Ausdruck von Mitmenschlichkeit, dass schon jetzt so viele Ehrenamtliche den Flüchtlingen zur Seite stehen, sagte Bedford-Strohm bei einer Begegnung mit Asylbewerbern in der Münchner Erstaufnahmeeinrichtung. Dieses Engagement sei die einzig richtige Antwort auf islamfeindliche Demonstrationen und sei wichtiger als nur theoretische Diskussionen ohne konkretes Handeln.

Zitat

"Ich bin der einzige in meiner Familie, der nur einen deutschen Pass hat. Wir gehören also zu den Familien in Deutschland mit Migrationshintergrund."

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Bei seinem Besuch des vor wenigen Wochen eingerichteten Lighthouse Welcome Centers der ehemaligen Bayernkaserne informierte sich Bedford-Strohm über den Leidensweg von Flüchtlingen. Ein Asylbewerber zeigte dem Bischof auch seine Kriegsverletzungen, die er im syrischen Bürgerkrieg erlitten hatte.

Mehr zum Thema

Bei einem anschließenden Gottesdienst mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Mitarbeitern aus Kirche und Diakonie in der nahegelegenen Michaelskirche sagte Bedford-Strohm, dass Weihnachten untrennbar mit dem Schicksal von Flüchtlingen verbunden sei. Niemand könne ernsthaft Weihnachten feiern, ohne Anteil zu nehmen an der Situation der Flüchtlinge überall auf der Welt. Denn die Geburt Jesu sei eine Flüchtlings-Geschichte. Das neugeborene Kind blieb am Leben, weil Ägypten der Heiligen Familie Asyl gewährt habe.

In dem Gottesdienst dankte der Bischof auch ausdrücklich den vielen Menschen, die den Flüchtlingen mit ihrem ehrenamtlichen Engagement zur Seite stehen. Sie seien "Hände Gottes" und würden ihr Bestes tun, damit die Flüchtlinge nicht allein sind.


25.12.2014 / epd