Ökumenische Exerzitien starten

"Gott will dein Freund sein"

Ein Mann und eine Frau

„Gott will dein Freund sein": Einübung in die Freundschaft mit Gott an der Hand von Teresa von Avila steht im Mittelpunkt der diesjährigen Ökumenischen Exerzitien.

Bild: Zisterzienser-Antiphonar, Anfang 14. Jahrhundert, Miniaturen zur Agnes-Legende (10), Agnes mit Christus vereint, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe, Cod. St. Georgen 5 Blatt 18v

Zur Passionszeit 2015 starten wieder neue Kurse für Ökumenische Exerzitien in München und Umgebung. Viele Gemeinden laden dort herzlich ein, der Leitgedanke: "Gott will dein Freund sein".

Während der Passionszeit ist nicht nur Verzicht angesagt, sondern auch Gewinn - Ökumenische Exerzitien machen es möglich. Denn alljährlich bereichern diese besonderen Kurse ihre Teilnehmer durch neue Erkenntnisse in der bewussten Begegnung mit Gott.

Für München und Umgebung organisiert Sabine Schnurr, Beauftragte für Exerzitien im Alltag, diese Kurse. 48 evangelische Gemeinden bieten zusammen mit ihren katholischen Nachbargemeinden Ökumenische Exerzitien an. Der Leitgedanke in diesem Jahr "Gott will dein Freund sein."

Doch mit Gott „gut Freund sein“ – wie kann das gehen? Als Gott mit seinem Volk Israel auf dem Weg durch die Wüste in das gelobte Land war, da heißt es im 2. Mose 33, 11: Der HERR aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet – wie mit seiner Freundin müssen wir ergänzen.

So nah ist Gott hier, mit Mose auf du und du. Von Jesus heißt es im Evangelium, dass er ein Freund der Zöllner und Sünder war. Sich mit Gott anfreunden, ihn so nahe an einen heran zu lassen wie einen guten Freund, eine gute Freundin, das bedeutet Vertrauen zu ihm fassen; mit ihm vertrauensvoll reden und hören, was er einem sagen will.

Für Teresa von Avila, die große Reformerin und Mystikerin des 16. Jahrhunderts, war das die Mitte ihrer Glaubenserfahrung: die innige Nähe Gottes, sein Wohnen im Zentrum unseres Herzens. Sie schreibt:
Das Gebet ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Gespräch mit einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um mit ihm zu reden, weil er uns liebt.

Diese freundschaftliche Beziehung zu Gott befruchtet das ganze Leben. Die alltäglichen Mühen und Sorgen, die Begegnungen und Beziehungen mit anderen Menschen, finden eine neue Qualität. Teresa nennt das „Inneres Beten". Und solch „Inneres Beten" kann auch in unserem Alltag Raum bekommen - die Exerzitienkurse bieten die beste Anleitung dafür (zu den einzelnen Angeboten gelangen Sie über die Mehr-zum-Thema-Box links oben!).


14.01.2015 / ELKB / Poep / Sabine Schnurr
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