Konficamp in Schweden

Glaube in drei Sprachen

Menschengruppe

Bayerische Konfis zu Besuch in Fristad, Schweden. Zwei Wochen lang haben sich die 13-Jährigen zusammen mit den Konfis aus der lutherischen Kirche in Schweden über ihren Glauben auseinander gesetzt.

Bild: (c) Privat

Konfis auf großer Fahrt: 19 Jungen und Mädchen aus den bayerischen Kirchengemeinden Grafrath, Geltendorf und Mammendorf haben im Sommer ein Konficamp in Fristadt, Schweden besucht.

Zwei Wochen lang hatten sich die 13-Jährigen zusammen mit den Konfis aus der lutherischen Kirche im schwedischen Fristad über ihren Glauben auseinandergesetzt. In dreisprachigen Unterrichtseinheiten auf Schwedisch, Deutsch und Englisch gingen die Jugendlichen der Frage nach, was das ist: der eigenen Glaube. Dazu gab es Aktionen, Gottesdienste und Andachten mit viel Austausch und Musik, inklusive eigenem Songbook.

Unter der Leitung der Pfarrerinnen Ulrike Dittmar und Sabine Huber, der Diakonin Katharina Storch, Pfarrer Jörgen Röllgardh, der Gemeindepädagogin Lena Berglind, des Praktikanten Simon Andersson und der beiden Grafrather Jugendleiter Tom Braunitzer und Hannes Rohr konnte das dreisprachige Konficamp erstmals stattfinden. Schon an Himmelfahrt waren die Schweden in die deutsche Gemeinde gekommen und die ersten Kontakte und Freundschaften wurden geschlossen.

"Es hat großartig geklappt"

“Das war ein herausforderndes Experiment, und es hat großartig geklappt”, berichteten die Grafrather Pfarrerinnen bei der Rückkehr. Die Jugendlichen seien oft ganz praktisch in die Thematik mit eingebunden gewesen; als etwa das Thema Taufe auf dem Stundenplan gestanden habe, hätten sie zwei Taufen vor Ort besuchen dürfen, eine davon mit einer schwedischen Konfirmandin.

Und die “Lernsachen” die Konfis auch immer wissen müssen, hätten die jungen Leute sozusagen im Vollzug gelernt, bei täglichen Gottesdiensten und Andachten, in denen gemeinsam die Texte gesprochen wurden.

"Mit allen Kräften unterstützen"

Eine Herausforderung für die Leiterinnen und Leiter des Projekts waren auch die völlig unterschiedlichen pädagogischen und kulturellen Ansätze, die beide Seiten – aus zwei Westeuropäischen Ländern - so nicht vermutet hätten. “Wir sagen viel strikter und konfrontierender ,Nein!‘ – das würden Schweden in Teams so nicht machen” berichtet Pfarrerin Sabine Huber. “Dafür diskutieren die Schweden nie viel mit den Jugendlichen um Sinn und Zweck einer Unterrichtseinheit, das scheint etwas eher Deutsches zu sein. Da sind sie klarer als wir.”

Abschluss des deutsch-schwedischen Konficamps war dann die Konfirmation der schwedischen Jugendlichen, bevor die deutschen Konfis wieder zurück nach Bayern reisten. Jetzt sind die Leiter dieses außergewöhnlichen Konficamps gespannt, ob die Konfis ihren Wunsch nach einer evangelischen Jugendgruppe umsetzen werden. “Da freuen wir uns riesig, wenn das was wird, und wir werden das natürlich mit allen Kräften unterstützen,” bekräftigt Pfarrerin Ulrike Dittmar. Von den deutsch-schwedischen Jugendkontakten werden sicher einige weiter bestehen.
Zusammen mit Pfarrer Jörgen Röllgardh hatte Ulrike Ditmar das Experiment angestoßen. Kennengelernt haben sich die beiden in dem Austauschprogramm der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit der schwedischen lutherischen Kirche. Beide hatten jeweils drei Wochen beim anderen hospitiert und Kollegin und Kollegen bei der Arbeit begleitet. Ein wichtiges Thema des Austauschprogramms der beiden Kirchen ist die Frage, welche Rolle Kirche in einer säkularen Welt spielt, wie sie da auftritt und was die Kirchen voneinander lernen können.


03.09.2015 / ELKB / Poep