2. "Sportissimo"-Festvial

"Gemeinsam geht es besser"

Menschen halten sich im Arm

"Gemeinsam geht es besser": unter diesem Motto trainieren Menschen mit und ohne Behinderung beim 2. "Sportissimo"-Festival erstmals offiziell gemeinsam.

Bild: (c) Evangelische Jugend Bayern

Am Samstag, 4. Juli, findet in Schwabach das „2. Sportissimo“-Festival statt - zum ersten Mal offiziell inklusiv. Reinhold Schweiger von der mitveranstaltenden Evangelischen Jugend im Interview.

Herr Schweiger, warum darf man das „Sportissimo“-Festival einfach nicht verpassen?
Reinhold Schweiger: „Dieses Sportfestival ist auf kirchlicher Ebene einzigartig. Die Menschen, die zu ,Sportissimo‘ kommen, können Sport sehen, ausprobieren, erleben, alles auf einmal. Und dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen Sport machen, zeigt die Vielfalt und Lebendigkeit, die in unserer Kirche herrscht.“

Informationen zum Thema

Sportfestival "Sportissimo"

Unter dem Motto „Gemeinsam geht es besser“ findet am Samstag, 4. Juli, in Schwabach zum zweiten Mal das Sportfestival „Sportissimo“ statt, erstmals offiziell inklusiv: Jugendliche mit und ohne Behinderung tragen gemeinsam Sportwettkämpfe aus. Veranstalter sind die Evangelische Jugend Bayern, der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Bayern, der Lebenshilfe Landesverband Bayern und Special Olympics Bayern. Erwartet werden mehr als 1000 Teilnehmer. Ab 9.30 Uhr stimmt eine Band auf das besondere Sportfestival ein, um 9.45 Uhr wird es mit einem großen Sportgottesdienst eröffnet, die Turniere, Workshops und Mitmachangebote beginnen um 10.30 Uhr.

Das „Sportissimo“ war schon immer für alle Menschen da. Erstmals steht der inklusive Charakter aber ganz offiziell im Mittelpunkt. Wie wird das praktisch umgesetzt, im sportlichen Miteinander der Menschen mit und ohne Behinderung?
Schweiger:
„Der Modus der einzelnen Turniere ist nach dem sogenannten ,Schweizer System‘ aufgebaut: Wer verliert, rutscht automatisch einen Platz nach unten, wer gewinnt, steigt einen Platz auf. Nach vier bis fünf Spielen entsteht so eine Rangliste und die Mannschaften teilen sich nach Leistungsstäke in homogene Gruppen auf, die ihre eigenen Sieger ausspielen. Auf diese Art und Weise finden Mannschaften mit Menschen ohne Behinderung und Menschen mit Behinderung als sportliche ,Gegner‘ zueinander, die dieselbe sportliche Homogenität aufweisen, sich also auf Augenhöhe begegnen können.“

Was können Menschen ohne Behinderung von den Menschen mit Behinderung lernen?
Schweiger: „Die Freude, die Begeisterung, mit der Menschen mit Behinderung Sport treiben. Menschen mit Behinderung sind ganz stark im Augenblick. Nehmen wir folgendes Beispiel: Eine Mannschaft ohne Behinderung spielt gegen eine Mannschaft, deren Mitglieder eine Behinderung haben, und es steht 5:0. Plötzlich schießt die Mannschaft mit Behinderung ein Tor.

Sie werden dann beobachten können, dass die Menschen aus dieser Mannschaft mit Behinderung sich so dermaßen über dieses einzelne Tor freuen, weil sie einfach nur das geschossene Tor sehen und nicht den Umstand, dass sie immer noch vier Tore zurückliegen. Das wäre bei einer Mannschaft ohne Behinderung anders, die würden sich nicht so freuen; die würden sich vielleicht nur ein bisschen freuen, aber vorrangig sagen, ,okay, aber wir liegen ja immer noch 1:5 zurück, wir werden also wahrscheinlich 1:5 verlieren. So würden die Fußballer mit Behinderung aber niemals denken: weil sie mehr im Augenblick sind.“

Beim „Sportissimo“ wird auch der „Fußball-Konfi-Cup“ ausgetragen, der jedoch von jeher nicht inklusiv ist. Wie passt das zum neuen Konzept des Sportfestivals?
Schweiger: „Der ,Fußball-Konfi-Cup‘ für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren ist kein inklusives Angebot, richtig. Die KonfiCup-Endrunde mit 20 teilnehmenden Siegermannschaften aus den verschiedenen Qualifikationsturnieren in Bayern wird seit 2002 traditionell bei den Sportfestivals "Bunt ist cool" und "Sportissimo" als sportlicher Jahreshöhepunkt ausgespielt. Nicht zuletzt angesichts dieser Tradition denke ich, dass der Cup sich gut in das neue Konzept einfügt, es gewissermaßen ergänzt. Die Jugendlichen haben in den Spielpausen die Möglichkeit, an den Mitmachangeboten und Schnupperkursen teilzunehmen und die Vielfältigkeit von ej-sport mit seinen Angeboten und Zielgruppen auch in Kontakt mit Menschen mit Behinderungen kennenzulernen. Und für die Jugendlichen mit Behinderung ist es ein tolles Erlebnis, wenn sie beim Cup zuschauen.“

Die Frist, um noch bei Turnieren mitmachen zu können, ist ja längst abgelaufen. Welche Möglichkeiten habe ich denn noch als Zuschauer, nicht nur zuzusehen, sondern vor Ort auch selbst sportlich aktiv zu werden?
Schweiger: „Eine Menge! Wir haben viele Workshops, Schnupperkurse und Mitmachangebote, da können alle, die spontan vorbeikommen, ebenso spontan vor Ort direkt mitmachen. Zum Beispiel bei einem Frisbee- oder Indiaca-Turnier oder bei einem unserer Läufe über 400, 1000 oder 5500 Meter. Da ist für jeden was dabei – sowohl für Groß als auch für ganz Klein!“

Herr Schweiger, wir danken Ihnen für das Gespräch


01.07.2015 / ELKB / Poep