Konferenz für Gehörlosenseelsorge

"Best Konference ever"

Gebärdendolmetscher bei der Gehörlosenseelsorger Konferenz

Gebärdendsprachdolmetscher übersetzen die Vorträge in fünf verschiedene Sprachen

Bild: Evangelische Gehörlosen Gemeinde

Über 120 Theologen aus der Gehörlosen Seelsorge aus Europa und Afrika haben in Nürnberg unter dem Motto "Diakonisches Handeln für und mit gehörlosen Menschen und ihren Familien" neue Impulse gewonnen.

Mit einem beeindruckenden Galaabend sind die Konferenztage der International Ecumenical Working Group (IEWG) am vergangenen Freitag in Nürnberg zu Ende gegangen. Fünf Tage lang haben die Teilnehmer aus Dänemark, Deutschland, England, Finnland, Madagaskar, Nigeria, Norwegen, Schweden und Ungarn über die diakonische Arbeit in der Gehörlosenseelsorge sowie ihre Position in der Gesellschaft diskutiert. Nach den allmorgendlichen Andachten standen die Präsentationen der einzelnen Länder, Vorträge und vielfältige Workshops auf dem Programm.

Besonders gut besucht war der Gebärdenchor-Workshop, der von den Nürnberger Chorleiterinnen Stefanie Lindau und Birgit Schmidt geführt wurde. In kurzer Zeit konnten die Teilnehmer ein Gebärdenlied einüben, das sie später im Galaprogramm vorgeführt haben. Dass sie alle von unterschiedlichen Nationalitäten waren, spielte hier keine Rolle. Die religiösen Gebärden mit ausdrucksvoller Mimik verbanden sie alle. Auch das Thema "Interaktivität der Kirche" - die Rolle und die Bedeutung von Social Media in der Kirche sowie die Homepagegestaltung der IEWG - interessierte zahlreiche Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

20 Jahre lang um Anerkennung gekämpft

Bei der Präsentation der Teilnehmerländer wurde das Publikum auch mit einzelnen Schicksalen konfrontiert. Besonders beeindruckend war die Lebensgeschichte der gehörlosen Pfarrerin der nigerianischen Delegation. Die fünffache Mutter kämpfte 20 Jahre lang um ihre Anerkennung als evangelische Pfarrerin für Gehörlose.

Das deutsche Team, angeführt von Pfarrer Joachim Klenk und Kirchenrätin Cornelia Wolf, hat mehrfaches Lob für die ausgezeichnete Organisation und die reibungslose Durchführung erhalten. „Best IEWG-Konference ever"- so Roar Bredvei, Leiter der norwegischen Delegation. Bei der Besichtigung des Zentrums der Evangelischen Gehörlosen Gemeinde in Nürnberg haben die Gäste einen Einblick in dessen breitgefächertes Angebot, wie z.B. Beratungsstellen, Gebärdenkurse sowie die seelsorgerische Arbeit bekommen.

Einen ganzen Nachmittag verbrachten die Teilnehmer in der Regens-Wagner-Stiftung. Hier wurden sie von der Leiterin Schwester Gerda empfangen. Religionspädagogin Schwester Ruth sowie Margit Rapp und Markus Willam berichteten von der Arbeit des Seelsorgeteams im Haus. Nach dem Rundgang durch die Einrichtung und dem anschließenden Abendessen folgte der Gottesdienst, der diesmal von den drei Gehörlosenseelsorgern aus Madagaskar gestaltet wurde.

Übersetzung in fünf Gebärdensprachen

Die englische Konferenzsprache wurde während der ganzen Konferenz simultan in norwegische, schwedische, englische, deutsche, finnische und internationale Gebärdensprachen übersetzt. So standen zeitweise bis zu sechs Gebärdensprachdolmetscher auf der Bühne und boten eine außergewöhnliche Darstellung.

Nach dem Konferenzprogramm wurde auch der neue Vorstand gewählt: Neben Präsidenten Therje J. Johnsen / Norwegen, wurden Vertreter/Innen aus Finnland, Dänemark, Schweden, England und Deutschland für 2 Jahre gewählt. Die nächste Konferenz findet in 2016 statt, beste Chancen Austragungsort zu werden, haben Budapest und Oslo.


01.10.2014 / Judit Nothdurft
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